Welt 30.01.2026
17:30 Uhr

Mehrheit gegen Merz-Vorschlag zu Mehrarbeit – Deutliche Unterschiede zwischen CDU- und SPD-Wählern


Eine Mehrheit der Deutschen hält wenig von Merz‘ Vorstoß zu Mehrarbeit, um den Wohlstand zu sichern. Insbesondere SPD-Anhänger zeigten wenig Bereitschaft dazu. Bei der Frage, ob eine wöchentliche Höchstarbeitszeit künftig die tägliche ersetzen sollte, ergab sich ein gespaltenes Bild.

Mehrheit gegen Merz-Vorschlag zu Mehrarbeit – Deutliche Unterschiede zwischen CDU- und SPD-Wählern

Friedrich Merz hält die Deutschen dazu an, mehr zu arbeiten. Wenn es nach dem Bundeskanzler ginge, würde die schwarz-rote Bundesregierung den Acht-Stunden-Tag aufweichen. Auch der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit wird vonseiten des CDU-Wirtschaftsflügels infrage gestellt. Doch gingen die Deutschen dabei mit? Das Meinungs- und Marktforschungsunternehmen Civey hat sich ein Stimmungsbild eingeholt. Hinsichtlich des Acht-Stunden-Tages zeigten sich die Befragten uneinig. „Das ist in der Tat ein Thema, das Deutschland spaltet“, sagte Civey-Geschäftsführer Gerrit Richter bei „WELT TV“. So hielten es jeweils 41 Prozent für richtig und für falsch, die tägliche Höchstarbeitszeit zugunsten einer wöchentlichen abzuschaffen. 18 Prozent zeigten sich in der Angelegenheit unentschieden. Eindeutiger fiel das Ergebnis auf die Frage aus, ob die Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit dem hiesigen Fachkräftemangel entgegenwirken könne. 74 Prozent bezweifelten den besagten Effekt. Nur 17 Prozent erhofften sich eine positive Wirkung durch eine Änderung der Regel. Wenig Entgegenkommen zeigten die Befragten bei der Forderung von Merz, mehr zu arbeiten, um den Wohlstand zu erhalten. 60 Prozent hielten den Vorstoß für falsch, 32 Prozent stimmten dem CDU-Vorsitzenden zu. Besonders deutliche Unterschiede ergaben sich, wenn Civey die Befragten nach Partei-Sympathien gefiltert hat. 70 Prozent der CDU-Anhänger unterstützen den Vorschlag und nur 21 Prozent der SPD-Anhängerschaft. „Ganz klassische ideologische Aufteilung zwischen den beiden Parteien“, urteilte Richter. Arbeitnehmer stimmten nur zu 20 Prozent dem Appell zu, mehr zu arbeiten, um den Wohlstand zu sichern. Unter Rentnern stieß die Mehrarbeit auf größere Beliebtheit. 47 Prozent schlossen sich Merz an. „Ein bisschen das Sankt-Florians-Prinzip, wenn ich das ein bisschen zugespitzt formulieren darf“, erklärte Richter im Hinblick darauf, dass Rentner das Problem an andere Gruppen verschieben, statt es selbst zu lösen. Ähnlich verhielt es sich mit Blick auf sozialpolitische Reformen. Während die Befragten wenig Bereitschaft zeigten, mehr zu arbeiten, appellierten sie zugleich an die Bundesregierung, größeren Reformwillen zu zeigen. 68 Prozent attestierten einen erhöhten Reformbedarf. Dagegen erklärten 19 Prozent, dass die Regierung ausreichend Reformen anschiebe.