Welt 17.08.2026
11:22 Uhr

Mehrere Hinweise auf „Trainsurfer“ stoppen Bahnverkehr


Wegen mutmaßlicher „Trainsurfer“ schaltet die Bundespolizei eine Oberleitung mit 15.000 Volt ab und lässt einen Hubschrauber aufsteigen. Stundenlang suchen Einsatzkräfte auf der Strecke zwischen Itzehoe und Hamburg nach Jugendlichen.

Mehrere Hinweise auf „Trainsurfer“ stoppen Bahnverkehr

Mehrere Hinweise auf sogenannte „Trainsurfer“ haben am Sonntagabend einen größeren Polizeieinsatz auf der Bahnstrecke zwischen Itzehoe und Hamburg ausgelöst. Innerhalb weniger Stunden meldeten Zeugen gleich dreimal Jugendliche, die auf den Dächern oder an Regionalzügen hängend unterwegs gewesen sein sollen. Die Bundespolizei ließ zeitweise die Oberleitung abschalten, sperrte die Strecke und schickte schließlich sogar einen Hubschrauber in die Luft. Der erste Hinweis ging gegen 17 Uhr bei der Bundespolizei ein. Zeugen hatten gemeldet, eine Person befinde sich auf dem Dach eines Zuges der Nordbahn. Weil ein Aufenthalt auf einem fahrenden Zug lebensgefährlich ist, wurde die Strecke vorsorglich gesperrt und die Oberleitung abgeschaltet. Auf den Bahntrassen der Deutschen Bahn fließen dort bis zu 15.000 Volt. Als der Zug den Bahnhof Elmshorn erreichte, überprüften Einsatzkräfte von Bundes- und Landespolizei die Meldung. Auf dem Dach fanden sie aber niemanden mehr. Nach Aussagen von Fahrgästen und Zugpersonal sollen zuvor zwei Jugendliche an der Außenseite des Zuges hochgeklettert sein. Anschließend seien sie wieder in den Zug gestiegen und später in Elmshorn ausgestiegen. Nur rund 45 Minuten später wurde der nächste Vorfall gemeldet. In Herzhorn in der Nähe von Elmshorn sollen erneut zwei Jugendliche außen an einem Zug unterwegs gewesen sein. Der Lokführer eines Regionalzuges von Itzehoe nach Hamburg bemerkte die beiden nach Angaben der Bundespolizei kurz nach der Abfahrt und leitete eine Schnellbremsung ein. Verletzt wurde dabei niemand. Die Jugendlichen wurden als dunkel gekleidet beschrieben. Als Bundespolizisten den Zug bei einem Halt in Tornesch kontrollierten, fanden sie jedoch keine Spur der Gesuchten. Ob es sich um dieselben Personen wie bei der ersten Meldung handelte, blieb zunächst unklar. Knapp eine Stunde später kam es zum dritten Alarm. Die Notfallleitstelle der Bahn meldete erneut eine Person auf einem Zugdach. Nun weitete die Bundespolizei ihren Einsatz aus und forderte einen Hubschrauber an. Aus der Luft wurde die Strecke zwischen Itzehoe und Hamburg abgesucht. Auch dabei konnten die Beamten jedoch keine Personen auf den Zügen entdecken. Gegen 20.15 Uhr wurde der Einsatz beendet. Die Vorfälle erinnern an einen Trend, vor dem Polizei und Bahnbetreiber seit Jahren warnen. Beim sogenannten Trainsurfing klettern vor allem Jugendliche auf Zugdächer oder hängen sich außen an Waggons, häufig um Videos für soziale Netzwerke aufzunehmen oder Mutproben zu bestehen. Immer wieder kommt es in Deutschland zu schweren Unfällen. Experten warnen deshalb, dass Videos im Internet ein falsches Bild vermitteln. Was in sozialen Netzwerken spektakulär und kontrollierbar wirkt, kann in der Realität mit schwersten Verletzungen oder tödlichen Stromunfällen enden.