Mehrere tausend Menschen haben am Dienstagabend in Dortmund in Nordrhein-Westfalen sowie in der baden-württembergischen Hauptstadt Stuttgart an pro-kurdischen Demonstrationen teilgenommen. Die Kundgebung in Dortumund stand nach Polizeiangaben unter dem Motto „Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern“ und steht vermutlich im Zusammenhang mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6964ef89fa9b04d135c36fe3/regierung-gegen-kurden-tiefe-wunden-die-neue-front-an-der-syriens-stabilitaet-auf-dem-spiel-steht.html) . Bei einer Liveübertragung eines Teilnehmers im Internet waren zahlreiche pro-kurdische Flaggen zu sehen. Die syrische Armee hatte vor rund zwei Wochen begonnen, die mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) aus kurdisch dominierten Gebieten wie etwa Aleppo zu vertreiben und war in die kurdischen Gebiete im Nordosten Syriens vorgedrungen. Am Dienstagabend verkündete die syrische Regierung eine viertägige Waffenruhe im Norden des Landes und die SDF teilte mit, sie werde diese respektieren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor in Dortmund vor Ort. Auch Polizeikräfte aus umliegenden Polizeibehörden seien hinzugezogen wurden, sagte ein Polizeisprecher. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur waren in Dortmund mehrere hundert Beamte im Einsatz. Während der Demonstration schlugen nach Angaben der Polizei Versammlungsteilnehmer Scheiben an Imbissbetrieben ein. Zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs wurden eingeleitet. Die Ermittlungen zur Identifizierung weiterer Tatverdächtiger liefen, teilte die Polizei mit. Der Großteil der 4.000 Demonstrierenden sei jedoch friedlich gewesen, so der Sprecher weiter. Sieben Polizisten wurden durch Böllerexplosionen (verlinkt auf https://www.welt.de/investigativ/plus695a7fbcf6fc544dba9bc2bb/der-spass-ist-erst-wenn-man-die-polizei-beschiesst-ein-taeter-erklaert-die-silvesternacht.html) verletzt. Die Beamten hätten vermutlich Knalltraumata erlitten, so der Sprecher. Es gebe keine Hinweise, dass die Böller gezielt gegen die Beamten geworfen worden seien, sagte der Sprecher weiter. Sie seien am Bahnhof im Einsatz gewesen. Auf die Polizisten wurden zudem Steine geworfen. Dadurch wurde niemand verletzt. Stuttgart: 2000 statt 20 Teilnehmer Ebenfalls zu Ausschreitungen kam es auf einer pro-kurdischen Demonstration in Stuttgart unter dem Titel „Solidarität mit Rojava“. Entgegen der angekündigten 20 Teilnehmer versammelten sich am Dienstagabend zeitweise bis zu 2000 Menschen am Börsenplatz in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, wie die Polizei mitteilte. Die Teilnehmer griffen demnach die Polizei wiederholt mit Pyrotechnik an. Zudem seien zahlreiche Menschen vermummt gewesen. Die Einsatzkräfte setzten Pfefferspray ein. Die Demonstration war laut Titel eine explizite Solidaritätsbekundung mit den Kurden in Syrien. Rojava (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article153395144/Syrien-Kurden-in-Rojava-wollen-eigene-Regierung.html) ist der Name der syrischen Kurden für das von ihnen verwaltete autonome Gebiet im Nordosten des Landes. In Stuttgart hielt die Polizei eigenen Angaben zufolge den Demonstrationszug wegen des Zündens von Pyrotechnik wiederholt an. Infolgedessen seien die Demonstranten aggressiv geworfen und hätten vorbeifahrende Fahrzeuge und Einsatzkräfte der Polizei mit Pyrotechnik angegriffen. Zudem sei versucht worden, die Polizeikette gewaltsam zu durchbrechen. Nach Angaben der Polizei Stuttgart konnten 75 Demonstrationsteilnehmer polizeilich umschlossen werden. Unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, Angriffen auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoff- und Versammlungsgesetz seien die Personalien festgestellt worden. Zeitweise kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Polizeisprecher Timo Brenner verurteilte die Ausschreitungen. „Unter dem Deckmantel einer Demonstration Polizeikräfte und Außenstehende anzugreifen ist mit dem demokratischen Verständnis der Versammlungsfreiheit nicht in Einklang zu bringen“, erklärte er. Die Einsatzkräfte seien „massiven Gewalthandlungen ausgesetzt“ und deshalb „gezwungen“ gewesen, „entsprechend robust einzuschreiten“. Die Straftäter würden „ihrer gerechten Strafe“ zugeführt werden, erklärte der Polizeisprecher.