Welt 15.12.2025
16:36 Uhr

Mann verletzt sich in Hamburger Polizeigewahrsam selbst – Ermittlungen laufen


Nach einem Familienstreit wird ein 46-Jähriger in Gewahrsam genommen. Auf dem Revier fügt er sich schwere Verletzungen zu, verliert das Bewusstsein und muss unter Reanimationsmaßnahmen ins Krankenhaus gebracht werden.

Mann verletzt sich in Hamburger Polizeigewahrsam selbst – Ermittlungen laufen

Nach einem Polizeieinsatz im Hamburger Stadtteil St. Pauli hat sich ein 46 Jahre alter Mann im polizeilichen Gewahrsam selbst schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend gegen 20.46 Uhr im Bereich der Lerchenstraße sowie später im Polizeikommissariat 16. Nach Angaben der Polizei war es zuvor zu einem familiären Streit zwischen dem Mann und seinem Sohn vor der gemeinsamen Wohnung gekommen. Einsatzkräfte, die zu dem Konflikt gerufen worden waren, trafen den 46-Jährigen demnach in einem psychischen Ausnahmezustand an. Die Beamten trennten Vater und Sohn, woraufhin der Mann erheblichen Widerstand geleistet haben soll. Um die Situation zu beenden, setzten die Polizistinnen und Polizisten körperliche Gewalt ein und nahmen den Mann anschließend in Gewahrsam. Er wurde zum zuständigen Polizeikommissariat transportiert. Dort zeigte er laut Polizei erneut auffälliges Verhalten: Der 46-Jährige habe sich selbst Verletzungen zugefügt und zudem versucht, sich zu strangulieren. Die Einsatzkräfte griffen umgehend ein und verhinderten Schlimmeres. Der Mann verlor das Bewusstsein Eine alarmierte Rettungswagenbesatzung sowie eine Notärztin übernahmen die medizinische Erstversorgung. Im weiteren Verlauf verlor der Mann jedoch das Bewusstsein. Unter Reanimationsmaßnahmen wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er derzeit stationär behandelt wird. Die Ermittlungen zu dem Geschehen hat das Landeskriminalamt übernommen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob der Mann möglicherweise unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse liegen laut Polizei keine Hinweise auf ein Fehlverhalten der eingesetzten Beamten vor. Unabhängig davon wurde – wie in solchen Fällen üblich – auch das Dezernat Interne Ermittlungen über den Vorfall informiert. Ziel sei es, den Einsatz und die Abläufe im polizeilichen Gewahrsam transparent und umfassend zu überprüfen.