Welt 23.12.2025
13:42 Uhr

Mann raste mit Auto in Bushaltestelle – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes


Ein Mann hat in Gießen vier Menschen verletzt, indem er mit seinem Auto in eine Bushaltestelle gefahren ist. Die Staatsanwaltschaft vermutet eine psychische Erkrankung bei dem Fahrer. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gebe es nicht.

Mann raste mit Auto in Bushaltestelle – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

Nach dem Zwischenfall mit einem Auto und mehreren Verletzten in der Gießener Innenstadt vermuten die Ermittler eine psychische Erkrankung bei dem Autofahrer. Es gebe bislang keine Hinweise auf eine politisch motivierte oder terroristische Straftat, teilten die Polizei und die Staatsanwaltschaft Gießen mit. Am Montagnachmittag war ein Mann mit seinem Auto in eine Bushaltestelle gefahren und hat dabei nach Polizeiangaben vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ein Haftrichter soll über die Unterbringung in einer speziellen psychiatrischen Einrichtung entscheiden. Das Landeskriminalamt suchte Bilder und Videos von Zeugen, die vielleicht neue Erkenntnisse zum Hergang geben können. Nach ersten Ermittlungen soll der 32-Jährige gegen 16:30 Uhr mit seinem Auto an einer Ampel gegen zwei Fahrzeuge geprallt sein. Er habe seine Fahrt fortgesetzt und sei dann gegen die Bushaltestelle gefahren. Danach sei der Mann weitergefahren und habe seinen Wagen später gestoppt, hieß es. Der 32-Jährige aus Aserbaidschan, der in Gießen lebt, wurde von der Polizei festgenommen. WELT erfuhr aus Ermittlerkreisen, dass der Fahrer nach seiner Festnahme in ein Krankenhaus in Gießen gebracht wurde und dort weiterhin medizinisch betreut wird. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte eine Intoxikation vorgelegen haben – Art und Ursache sind jedoch noch Gegenstand der Ermittlungen. Aus Ermittlerkreisen erfuhr WELT zudem, dass die Wohnung des Tatverdächtigen in Gießen durchsucht wurde. Ob und welche Beweismittel sichergestellt wurden, ist derzeit unklar. Innenminister hält gezielte Tat für unwahrscheinlich Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) teilte schon am Montagabend mit, dass er „ein politisches oder gar terroristisches Motiv“ nach den aktuell vorliegenden Erkenntnissen für eher unwahrscheinlich halte. „Es erscheint nach derzeitigem Stand möglich, dass eine Erkrankung Ursache für das Verhalten des Fahrers ist“, erklärte Poseck. „Die schwere Verletzung der besonders betroffenen Person ist nach derzeitigem Stand nicht durch ein gezieltes Zufahren, sondern durch eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug verursacht worden“, hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Landesregierung spreche allen Verletzten und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. „Gerade so kurz vor Weihnachten macht dieser Vorfall besonders betroffen“, erklärte Poseck weiter. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Die Polizei sicherte den Unfallbereich ab und errichtete mobile Sichtschutzwände. Vom nahen Weihnachtsmarkt drang am Abend Musik bis zu der Stelle des Zwischenfalls. Der Betrieb auf dem gut besuchten Weihnachtsmarkt lief weiter. Die Menschen tranken Glühwein und standen in Gruppen beisammen. Eine Person berichtete, sie habe einen Knall gehört, sich aber nichts weiter dabei gedacht. Wegen der Absperrung konnten einige Passanten nicht zu ihren in der Nähe des Anlagenrings geparkten Autos gelangen. Sie wurden von der Polizei gebeten, ihre Fahrzeuge stehenzulassen und sie am nächsten Morgen abzuholen.