Der Chef der kassenärztlichen Vereinigung fordert die Abschaffung aller freiwilligen Leistungen. Darunter fallen professionelle Zahnreinigungen, Homöopathie, Zuschüsse zu Fitnesstrackern und Yogakursen, eigentlich so gut wie alles, was nicht ins Sortiment von Pharmavertretern gehört, denn nur verschreibungspflichtige Medikamente bewirken etwas. Sonst ist Eigeninitiative gefragt. Die Zähne sollten sich die Menschen selber professionell reinigen, und handelsübliche Smartphones können sowieso die wichtigsten Körperfunktionen messen und dazu die passende Playlist zusammenstellen. Natürlich geht der Ansatz – wie alle Ansätze – nicht weit genug, denn man müsste auch einen Großteil der unfreiwilligen Leistungen streichen. Die Versicherten sollen selber auf ihre Gesundheit achten, Zucker, Salz und Fett reduzieren, dazu regelmäßig in Bewegung sein, und wer trotzdem noch krank wird, ist selber schuld. Die Krankenkassen können kein Geld mehr für Behandlungen und Medikamente ausgeben, sie brauchen die Beiträge, um ihren hochkomplizierten Verwaltungsapparat und die elektronische Patientenakte am Laufen zu halten.