Welt 04.02.2026
15:37 Uhr

„Lebenskatastrophen“ verhindern – Hamburgs Polizei geht neue Wege


Mit neuen Online-Angeboten und einer ungewöhnlichen Bürgerkampagne verlagert die Polizei Hamburg ihre Präventionsarbeit ins Digitale. Ziel ist es, Betrug, Einbruch und Diebstahl früher zu stoppen – bevor aus Täuschung existenzielle Schäden werden.

„Lebenskatastrophen“ verhindern – Hamburgs Polizei geht neue Wege

Die Polizei Hamburg schlägt ein neues Kapitel in der Kriminalprävention auf. In der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Neustadt wurde ein digitaler Vortragsraum vorgestellt, der künftig Webseminare, Online-Schulungen und hybride Veranstaltungen ermöglicht. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht länger den Weg zur Polizei suchen müssen – die Polizei kommt nun direkt ins Wohnzimmer. Polizeivizepräsident Mirko Streiber machte deutlich, warum dieser Schritt so wichtig ist. Jede Straftat, die verhindert werde, sei der größte Erfolg der Polizeiarbeit. Prävention bedeute vor allem: kein Leid, keine finanziellen Verluste, keine zerstörten Lebensentwürfe. Gerade im digitalen Raum wolle man künftig deutlich präsenter sein – mit Angeboten, die Menschen erreichen, die klassische Vorträge bislang nicht wahrnehmen konnten. „Mit der heutigen Eröffnung des digitalen Präventionsraums schaffen wir eine moderne Plattform für Information, Dialog und gemeinsames Engagement“, so Streiber. „Dadurch können wir alle einen weiteren Beitrag leisten, Hamburg noch sicherer zu machen und setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen für die bundesweite Präventionsarbeit.“ Auch LKA-Chef Jan Hieber unterstrich die Dringlichkeit. Besonders Betrugsdelikte wie der Telefontrick raubten Opfern häufig die gesamten Ersparnisse eines Lebens. „Wir erleben dabei regelrechte Lebenskatastrophen“, sagte Hieber. In vielen Fällen gebe es keine realistische Chance, das Geld zurückzubekommen. Umso entscheidender sei es, frühzeitig über typische Maschen aufzuklären – bevor Täter Erfolg haben. Alltagstricks gegen Kriminalität ausgezeichnet Flankiert wird der digitale Neustart von einer Präventionskampagne, bei der Hamburgerinnen und Hamburger ihre eigenen Alltagstricks gegen Kriminalität einsandten. Die Resonanz fiel groß aus – von einfachen Sicherungen an Taschenreißverschlüssen bis hin zu kreativen Ideen zur Anwesenheitssimulation zu Hause. Vier besonders einprägsame Lifehacks wurden ausgezeichnet und öffentlich verbreitet. Für die kriminalpolizeiliche Beratung ist das Projekt zugleich ein überfälliger Modernisierungsschub. Prävention habe im Polizeialltag lange hinter der akuten Strafverfolgung zurückstehen müssen. Die neue Technik ermögliche nun eine effizientere Nutzung der Kräfte – mit größerer Reichweite und direktem Austausch mit der Bevölkerung, hieß es. Unterstützt wurde die Ausstattung durch den Polizeiverein, der den Aufbau des digitalen Angebots mit ermöglichte. Die offizielle Ankündigung macht klar: Sicherheit soll künftig „per Klick“ erlebbar werden. Webinare zu Einbruchschutz, Online-Risiken für Senioren oder Betrugsformen stehen bereits bereit, weitere Formate sind geplant. Informationen zu den Angeboten veröffentlich die Hamburger Polizei auf der Webseite https://www.polizei.hamburg/digitaler-vortragsraum (verlinkt auf https://www.polizei.hamburg/digitaler-vortragsraum) . Dort sind auch Anmeldungen zu den Veranstaltungen möglich.