Welt 14.02.2026
15:40 Uhr

Künstler unterzeichnen Unterstützer-Brief für UN-Sonderberichterstatterin Albanese


Nach umstrittenen Aussagen zu Israel gerät UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese weiter unter Druck. Nun stellen sich zahlreiche Künstler hinter sie – während Politiker ihren Rücktritt fordern.

Künstler unterzeichnen Unterstützer-Brief für UN-Sonderberichterstatterin Albanese

Die wegen neuer umstrittener Aussagen zu Israel in der Kritik stehende UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensergebiete, Francesca Albanese, erhält Unterstützung aus der Welt der Unterhaltung. Mehr als hundert Künstler, darunter die Schauspieler Mark Ruffalo und Javier Bardem, die Musikerin Annie Lennox und die Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux unterzeichneten einen Brief, in dem sie Albanese als „Verteidigerin der Menschenrechte und damit auch des Existenzrechts des palästinensischen Volkes“ würdigen. „Wir sind unendlich viele, in jedem Winkel der Erde, die nicht länger wollen, dass die Gewalt das Gesetz ist. Die wissen, was das Wort ‚Recht‘ wirklich bedeutet“, heißt es in dem auf der Webseite von Artists for Palestine veröffentlichten Brief. Albanese hatte bei einer Konferenz des katarischen Fernsehsenders Al-Dschasira gesagt: „Die Tatsache, dass die meisten Länder der Welt Israel nicht stoppen, sondern ihm politische Ausreden, politischen Schutz sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung geliefert haben, ist eine Herausforderung. Wir, die keine großen Summen an finanziellem Kapital, Algorithmen und Waffen kontrollieren, wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben.“ Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Johann Wadephul (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article698e0d720abe5c8b74ecd823/wadephul-fordert-ruecktritt-von-un-sonderberichterstatterin-albanese.html) (CDU) und Jean-Noël Barrot, hatten daraufhin ihren Rücktritt gefordert. Auch der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, distanzierte sich von Albanese. „Wir stimmen nicht mit vielem überein, was sie sagt“, erklärte er am Donnerstag. Albanese ist Juristin und seit Mai 2022 UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten. Sie wurde vom Menschenrechtsrat mit Hauptsitz in Genf ernannt. In dieser Funktion spricht sie nicht für die Vereinten Nationen selbst. Albanese hatte die israelische Militäroffensive im Gazastreifen wiederholt scharf kritisiert und gilt deshalb in Israel als unerwünschte Person. Sie nannte den durch den Überfall der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel ausgelösten Krieg etwa eine „staatlich organisierte, erzwungene Vertreibung und Ersetzung der Palästinenser“. Auch die USA warfen der Juristin Antisemitismus und Anti-Israelismus vor und verhängten Sanktionen gegen sie. Albanese lehnt Rücktritt ab Albanese wehrt sich vehement gegen Forderungen nach ihrem Rücktritt. Die Italienerin sprach im italienischen Fernsehsender La7 von einem „beispiellosen Angriff gegen eine Expertin der Vereinten Nationen“. „Alles, was über mich gesagt wurde, ist falsch und daher diffamierend.“