Welt 22.12.2025
12:18 Uhr

Krieg, Stadtbild, Russen-Pass – Die Weihnachtswünsche der Entscheider


Was steht auf den Wunschzetteln der Mächtigen in diesem Land? Wir verraten exklusiv, wonach sich Friedrich Merz, Lars Klingbeil oder Tino Chrupalla sehnen.

Krieg, Stadtbild, Russen-Pass – Die Weihnachtswünsche der Entscheider

Während der Rest des Landes Plätzchen backt, schreiben die Mächtigen ihre Wunschzettel – allerdings nicht an das Christkind, sondern an Lobbyverbände, Waffenhersteller oder direkt an Wladimir Putin. Und wie jedes Jahr zeigt sich: Die Wünsche dieser Leute sind ungefähr so bodenständig wie ein Flug der Lufthansa im DB-Winterchaos. Das wünscht sich… Lars Klingbeil: Während die Prozente im Konsum von Getränken zur Weihnachtszeit kontinuierlich ansteigen, fallen sie bei der sozialdemokratisch gelesenen Partei kontinuierlich in den Keller und sind bald nicht mehr als „hochprozentig“ zu bezeichnen. SPD-Chef Lars Klingbeil will sich künftig die Weihnachtsstimmung nicht mehr vermiesen lassen und wünscht sich daher, dass die Sonntagsfrage abgeschafft wird. Dann lieber ein großes Geschenk alle vier Jahre bei der Bundestagswahl, es braucht auch nicht viel: Für einen niedrigen zweistelligen Betrag gibt es ein schönes Präsent, analog zum gerade so zweistelligen Wahlergebnis. Erfahrungsgemäß reicht auch das, um in der Regierung danach wieder vier Jahre deutlich über dem eigenen Kampfgewicht mitspielen zu können. Friedrich Merz: Weihnachten steht an und erneut sieht es aus wie im reinsten Saustall in den deutschen Innenstädten. Das ist eben dieses Stadtbild, von dem Bundeskanzler Friedrich Merz erzählt – also jenes, für das Inländer erneut in den ersten Minuten des neuen Jahres (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/berlin/article6948f88ef6fc544dba9b068e/spd-spitzenkandidat-silvester-in-berlin-einfach-irre.html) sorgen. In den nächsten Tagen lassen sich anhand des Erbrochenen gut rekonstruieren, wie für viele das neue Jahr gestartet ist. Deswegen wünscht sich der Bundeskanzler ein neues Stadtbild. Ein Böllerverbot braucht es nur ab 60, damit alle CDU-Wähler unversehrt bleiben. Die übrigen jungen Menschen können schließlich auch mit zwei Fingern weniger die Linken und Grünen wählen. Tino Chrupalla: Der Standort Deutschland wird immer schlechter – Zeit für AfD-Chef Tino Chrupalla, die Zelte in der Bundesrepublik abzubrechen. Seit mehreren Jahren versucht der Sachse, endlich den Absprung nach Russland zu schaffen. Mit seinem Auftritt bei Markus Lanz (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article691434300407e2fef73c9de7/markus-lanz-mir-hat-putin-nichts-getan-sagt-chrupalla-kreml-kritiker-ist-fassungslos.html) wollte er den kleinen großen Mann im Kreml beeindrucken, indem er ihm bis zu den Füßen in den Allerwertesten kroch. Doch aktuell gibt es keine Chance, für den AfD-Oberen alternative Wege im Osten zu beschreiten: Russland nimmt nur Fachkräfte – schlecht für Chrupalla, der als Maler keinen akademischen Abschluss besitzt. Das hatte sich der Mann von der Alternative für Deutschland sicher anders ausgemalt. Bahnchefin Evelyn Palla: Was wurde mit der Deutschen Bahn nicht schon alles versucht: Verstaatlichung, Vollprivatisierung, Abschiebung in einen sicheren Drittstaat, Verlegung der Schiene auf die Straße – alles brachte bisher nichts. Nach außen muss die neue Bahnchefin ihren Weg aufzeigen (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article693a7b9ac3b4893a9e2b5489/deutsche-bahn-2026-wird-zur-bewaehrungsprobe-so-riskant-ist-pallas-kurs.html) , wie sie aus der Bimmelbahn ein Hightech-Verkehrsmittel macht. Doch intern ist längst klar, dass alle Mühen vergeblich sind. Deswegen wünscht sich Palla einen lebenslangen VIP-Pass bei der Lufthansa, um ihre wichtigen Termine auch wirklich zu erreichen. Eine Flixbus-Flatrate würde zur Not aber auch reichen. Rheinmetall-Chef Armin Papperger: Weihnachten ist eine besinnliche und fröhliche Zeit – erst mal kein Problem für Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der für gute Verkaufszahlen ebenfalls auf eine Bombenstimmung angewiesen ist. Allerdings auf einer etwas andere Art und Weise. Angesichts sinkender Kurse der Aktie und immer wieder aufkommenden Gerüchten von einem möglichen Frieden in der Ukraine braucht es mal wieder etwas Action. Eine Möglichkeit wäre, dem neu geschaffenen US-Kriegsministerium unter Pete Hegseth eine schöne Weihnachtskarte zu senden und darin zu schreiben, dass man in einem Land im Nahen Osten Nuklearwaffen vermutet. Hat historisch gesehen immer gut geklappt, dieser Trick bei den amerikanischen Freunden.