Die Delegierten der jüngst zu Ende gegangenen Klimakonferenz COP30 konnten sich nicht auf ein Abkommen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen einigen. Klimaaktivisten in aller Welt werteten dies als großen Misserfolg. In mehreren italienischen Städten startete die Organisation „Extinction Rebellion“ deshalb eine Protestaktion: Gewässer und Flüsse wurden am 22. November eingefärbt, darunter auch der berühmte Canal Grande in Venedig. Man habe einen umweltverträglichen Farbstoff in die Wasserwege, Seen und Brunnen von zehn italienischen Städten eingeleitet, um die „massiven Auswirkungen des Klimawandels“ zu verdeutlichen, hieß es in einer Stellungnahme. In Venedig hatten sich Aktivisten – darunter auch „Fridays for Future“-Begründerin Greta Thunberg – zudem zu einer Kundgebung versammelt. Laut diversen Medienberichten trugen sie dabei Schleier und hatten sich blutrot gekleidet, während sie in einer Art Flashmob durch die Touristenmetropole zogen. Dabei hatten sie ein Banner mit der Aufschrift „Stop Ecocide“ (Stoppt den Ökozid). Man habe Metropolen wie Turin, Mailand und Venedig ausgewählt, weil Italien eines der Länder gewesen sei, dass am weitesten gegangen sei, um die ambitionierten Vorschläge der COP30-Konferenz zu Fall zu bringen, hieß es in einer Stellungnahme. Geldstrafen und Aufenthaltsverbot für Thunberg Bei den Verantwortlichen der Lagunenstadt kamen die Aktionen weniger gut an. Luca Zaia, der Gouverneur von Venetien, verurteilte die Aktion laut der „Daily Mail“ (verlinkt auf https://www.dailymail.co.uk/news/article-15320983/Greta-Thunberg-banned-Venice-dumping-green-dye-canal.html) als „respektlose Geste gegenüber unserer Stadt, ihrer Geschichte und ihrer Zerbrechlichkeit“. „Ich bin umso überraschter, Greta Thunberg unter den Urhebern dieses sinnlosen Protests zu sehen, der ganz offensichtlich – mehr als die Sensibilisierung für die Umwelt – darauf abzielt, sich selbst in den Vordergrund zu rücken“, kritisierte er. Mittlerweile hat die Stadt auf die unangemeldete Aktion reagiert. Noch am vergangenen Freitag wurde ein 48-Stunden-Aufenthaltsverbot gegen Greta Thunberg und 36 weitere Aktivisten verhängt. Von den 37 identifizierten Personen stammen demnach 34 aus Italien, berichtet „Südtirol News“. (verlinkt auf https://www.suedtirolnews.it/italien/venedig-verbannt-greta-thunberg) Umweltstrafen wurden nicht verhängt, da der verwendete Farbstoff laut Behörden nicht umweltschädlich ist. Anderen Medien zufolge (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/beruehmten-kanal-neongruen-gefaerbt-venedig-schmeisst-greta-thunberg-aus-stadt-69248c06c5f48ea560944343) wurde auch ein Bußgeld von 150 Euro gegen die schwedische Aktivistin Thunberg verhängt.