Welt 01.12.2025
13:30 Uhr

Klamme Kommunen – Diesen Städten ist die Weihnachtsbeleuchtung zu teuer


Die meisten Kommunen sind knapp bei Kasse und müssen sparen. Während die einen auf festliche Lichter verzichten, sammeln andere Spenden. Ein Überblick, in welcher Stadt Straßen und Bäume erstrahlen – und wo nicht mehr.

Klamme Kommunen – Diesen Städten ist die Weihnachtsbeleuchtung zu teuer

In der Adventszeit hängen Sterne in den Straßen, Gebäude werden beleuchtet und Weihnachtsbäume mit Lichterketten verbreiten eine stimmungsvolle Atmosphäre. Doch die meisten Kommunen sind knapp bei Kasse und müssen sparen. Betrifft das auch die weihnachtliche Illumination? Berlin – Beleuchtung am Ku'damm dank Spenden Der berühmte Kurfürstendamm erstrahlt wieder im vorweihnachtlichen Lichterglanz. Ermöglicht haben das viele Helfer. Denn die Finanzierung des Lichterglanzes gestaltet sich jedes Jahr schwierig. Diesmal rief die Arbeitsgemeinschaft City Berlin mit ihrem Vorsitzenden Uwe Timm mit einer Crowdfunding-Aktion – also einem Spendenaufruf – zur Sicherung der Beleuchtung auf. Mit mehr als 550 beleuchteten Bäumen auf rund 4,5 Kilometern handelt es sich laut Senat um eines der längsten Lichtermeere Europas. Die festliche Beleuchtung auf der Einkaufsmeile in Charlottenburg-Wilmersdorf soll bis zum 6. Januar 2026 täglich von Sonnenuntergang bis 23 Uhr zu sehen sein. Keine Beleuchtung in der Königsstraße in Dresden In Dresden fällt die Weihnachtsbeleuchtung der Königsstraße im Barockviertel aus. Das berichtet „Bild“ (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/inland/weihnachtsbeleuchtung-zu-teuer-erste-staedte-ziehen-den-stecker-6926e66375d27c2e110d8fd6) . Normalerweise wären die 80 Lindenbäume in der Adventszeit mit Lichterketten dekoriert, aber wegen Geldmangels gab es im Herbst keinen Baumschnitt. Dadurch wucherten die Lindenkronen so wild, dass die Lichterketten nicht mehr in die Baumkronen passten. Wie die Zeitung weiter berichtet, wolle eine Händlergemeinschaft die Beleuchtung retten und bot an, den Baumschnitt selbst zu übernehmen. Doch das soll von der Stadt abgelehnt worden sein. In Düsseldorf zahlen Händler Auf der berühmten Düsseldorfer „Kö“ leuchtet es, weil Händler komplett für die Kosten aufkommen. Das berichtet „Bild“. Demnach kämpfen Händler auch noch mit Verwaltungskosten, weil sie Gebühren für Straßenschilder bezahlen müssen, wenn sie die Deko anbringen. Göttingen – Eigentümer und Privatpersonen gleichen finanzielle Defizite aus In der Fußgängerzone leuchten Stalaktitenketten, dreidimensionale Weihnachtssterne sowie vier mit Lichterketten geschmückte Bäume, in den Nebenstraßen gibt es ebenfalls Lichterketten, wie Dominik Kimyon, Sprecher der Stadt Göttingen, mitteilt. Die Illumination rund um den Weihnachtsmarkt organisiere und finanziere der Weihnachtsmarktverein. Die Stadtwerke unterstützen die Stromversorgung als Sponsoren. Finanzielle Defizite gebe es, diese würden durch Privatpersonen und Eigentümer ausgeglichen, erklärt der Sprecher. Das Stadtmarketing stelle jährlich einen festen Betrag bereit und werbe zusätzliche Spenden ein. Das Beleuchtungssystem sei modular aufgebaut, sodass einzelne Straßenzüge bei finanziellen Engpässen herausgenommen werden könnten. Hannover sucht Sternen-Paten Die Weihnachtsbeleuchtung wird von der City-Gemeinschaft Hannover, ihren Mitgliedern und der Stadt organisiert. Über den Straßen leuchten Sternschnuppen, außerdem leuchtet der große Hannover-Stern an einer Hausfassade. Die Kosten betragen demnach rund 100.000 Euro pro Jahr für Montage und Demontage, Unterhalt, Reparaturen und Einlagerung. „Es gibt derzeit ein Defizit von rund 30.000 Euro“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Hannover. Es seien nach Corona große Kaufhäuser verloren gegangen – damit auch als Zahler – deshalb sei die Unterfinanzierung entstanden. Das Defizit könne in diesem Jahr aus anderen Zuwendungen gestemmt werden, das sei aber kein Dauerzustand. Sparprogramm in Heidelberg Um zu sparen, werden in Heidelberg die Weihnachtslichter später am Tag eingeschaltet: statt mittags erst um 15 Uhr. Maximal eine Stunde nach Schließen des Weihnachtsmarkts gehen sie wieder aus, wie „Bild“ berichtet. LED-Lichterketten in Lübeck Auch in Lübeck muss gespart werden. Darum besteht die öffentliche Weihnachtsbeleuchtung nach Angaben der Veranstalter komplett aus LED-Lichterketten und ist nur zwischen 15.30 bis 22.30 Uhr in Betrieb. Lüneburg: Neue Beleuchtung mit EU-Fördergeldern Eine Winterbeleuchtung steigere die Attraktivität und Lebendigkeit einer Innenstadt und sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je, betont Vera Reinicke, Sprecherin der Stadt Lüneburg. Etwa zehn große Bäume im Stadtgebiet, die Linden und das Landgericht sowie die Ratsbücherei werden beleuchtet. Die Hansestadt stellt die Lichterketten zur Verfügung, die Montage übernehmen teils die Stadt oder andere Firmen. Die Kosten für die Montage lägen im fünfstelligen Bereich. Hinzu komme die Beleuchtung der drei großen Stadt-Kirchen, die von der Lüneburg Marketing GmbH organisiert und durch Spenden finanziert werden. Die Kosten lägen laut Sprecherin bei etwa 15.000 Euro. Neu sei die Winterbeleuchtung an 34 Lichtmasten in vier Straßen. Auch eine beleuchtete Salzsau im Rathausgarten gebe es. Insgesamt hat die neue Beleuchtung laut Sprecherin rund 71.000 Euro gekostet, gefördert werde sie zu 60 Prozent aus dem EU-Förderprogramm „Resiliente Innenstadt Lüneburg“. Oldenburg: Stadt bezuschusst Beleuchtung mit 25.000 Euro In Oldenburg ist der Verein „Gemeinsam für Oldenburg“ federführend für die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt, wie Stephan Onnen, Sprecher der Stadt, mitteilt. Die Stadt bezuschusst die Aktion mit 25.000 Euro. Diese Summe ist laut Onnen auch für den Haushalt 2026 eingeplant. Die verbleibende Summe von etwa 35.000 Euro tragen demnach Betriebe, die Eigentümerschaft in der Innenstadt sowie der Verein „Gemeinsam für Oldenburg“. Schwelm (NRW) bleibt nach Diebstahl dunkel Die Beleuchtung der Fußgängerzone der Stadt Schwelm wird bescheiden ausfallen. Wie die „Westfalenpost“ (verlinkt auf https://www.wp.de/lokales/ennepetal-gevelsberg-schwelm/article410512976/weihnachtsbeleuchtung-geklaut-in-schwelm-bleibt-es-in-diesem-jahr-dunkel.html) berichtet, haben Diebe die gesamte Weihnachtsbeleuchtung geklaut. Ersatz würde 30.000 Euro kosten. Zu teuer für die Stadt mit 28.000 Einwohner. Sie hofft auf private Spender. Stuttgart ohne Lichtskulpturen Die Stadt muss sparen und will dieses Jahr auf fünf Lichtskulpturen auf dem Stuttgarter Schlossplatz verzichten. Das berichtet die Zeitung „Stuttgarter Nachrichten“ (verlinkt auf https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgarter-schlossplatz-weihnachtszeit-wird-dunkler-die-lichtskulpturen-leuchten-nicht-mehr.f53f7622-a7b7-493a-8185-63b81ed9281f.html) .