Welt 07.01.2026
07:49 Uhr

„Kinder gehören nicht vor Gericht“ – SPD-Ministerin lehnt CSU-Vorstoß ab


Die CSU schlägt vor, dass Straftäter unter 14 Jahren vor Gericht müssen. „Populistische Forderungen lösen keine Ursachen“, findet dagegen Niedersachsens Justizministerin Wahlmann (SPD). Sie sieht andere in der Pflicht.

„Kinder gehören nicht vor Gericht“ – SPD-Ministerin lehnt CSU-Vorstoß ab

Der CSU-Vorschlag, bislang strafunmündige Kinder künftig nach Straftaten vor Gericht zu stellen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article695afb2bf6fc544dba9bc7cb/deutschland-muss-die-lobby-laehmung-ueberwinden-csu-will-umweltverbaende-offenbar-entmachten.html) , stößt in Niedersachsen auf Ablehnung. „Kinder gehören nicht vor Gericht“, sagte Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. In der Verantwortung seien Eltern, Schulen und Jugendhilfe. „Populistische Forderungen mögen kurzfristig Beifall bringen, aber sie lösen keine Ursachen“, sagte Wahlmann. Die Gesellschaft müsse sich vielmehr fragen, warum junge Menschen zu brutalen Verbrechen imstande sind und was sie dagegen unternehmen kann. Die Diskussion ausgelöst hat ein Beschlussentwurf, über den die CSU-Bundestagsabgeordneten bei ihrer Klausurtagung im Kloster Seeon (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article695afb2bf6fc544dba9bc7cb/deutschland-muss-die-lobby-laehmung-ueberwinden-csu-will-umweltverbaende-offenbar-entmachten.html) entscheiden sollen. In dem Papier wird ein gerichtliches „Verantwortungsverfahren“ für strafunmündige Kinder gefordert. Bislang müssen Täter unter 14 Jahren nicht vor Gericht, sie gelten als strafunmündig. Der Juristen-Arbeitskreis der CSU hatte vorgeschlagen, in den „Verantwortungsverfahren“ das Tatgeschehen unter Anwesenheit der erziehungsberechtigten Eltern und der Kinder von Staatsanwaltschaft und Jugendgericht aufzuarbeiten. Das Gericht solle dann Erziehungsmaßnahmen nach klaren rechtlichen und bundeseinheitlichen Maßstäben anordnen können.