Welt 21.12.2025
18:34 Uhr

Justizministerium stellt entferntes Foto mit Trump wieder online


Nach Veröffentlichung der Epstein-Akten löscht das US-Justizministerium überraschend Dateien. Fotos hätten mögliche Opfer gezeigt, heißt es zur Begründung. Nun ist ein Bild mit Donald Trump wieder online.

Justizministerium stellt entferntes Foto mit Trump wieder online

Nach der Teilveröffentlichung der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das US-Justizministerium ein zuvor entferntes Foto wieder öffentlich zugänglich gemacht. Das Bild, auf dem auch US-Präsident Donald Trump zu sehen ist, werde „ohne jegliche Änderung oder Schwärzung“ wieder veröffentlicht, nachdem eine Überprüfung „keine Hinweise“ darauf ergeben habe, dass darauf Opfer Epsteins zu sehen seien, erklärte das Ministerium. Das Bild ist eine Aufnahme mehrerer ausgedruckter Fotos, die auf einem Möbelstück und in einer Schublade liegen – darunter mindestens eines mit Trump. Es zeigt den heutigen US-Präsidenten mit seiner Frau Melania in Begleitung von Epstein und dessen langjährigen Vertrauten Ghislaine Maxwell. Ex-US-Präsident Bill Clinton ist auf einem anderen Bild zu sehen. Am Sonntag hatte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche bei NBC News erklärt, die plötzliche Löschung (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69472dafba368aa01269f637/kritik-an-intransparenz-epstein-akte-mit-trump-foto-wieder-geloescht-was-wird-hier-noch-vertuscht-fragt-abgeordneter.html) von mehr als einem Dutzend Dateien sei auf Bitten von Betroffenen erfolgt. Die Fotos zeigten potenzielle Opfer, daher seien die Dateien gelöscht worden. Den Vorwurf, dass auf dem Foto Trump zu sehen ist und es daher aus dem Datensatz gelöscht worden sei, nannte Blanche „lachhaft“. Im Gespräch mit NBC News sagte er auch, dass in den Akten keine Informationen zu US-Präsident Trump bearbeitet worden seien – außer, wenn diese aufgrund gesetzlicher Vorgaben geschwärzt werden müssten. Dies sei etwa dann der Fall, wenn sich Informationen auf persönliche Details von Missbrauchsopfern beziehen oder unter das Anwaltsgeheimnis fallen. Am Freitagnachmittag hatte das Justizministerium nach massivem Druck der Öffentlichkeit zunächst vier Datensätze auf seiner Webseite hochgeladen, die Tausende Dateien enthalten. Darin zu finden waren neben Fotos auch Dokumente. Vieles ist komplett geschwärzt – bereits dafür erntete das Ministerium Kritik. Keine 24 Stunden danach warfen die Demokraten im US-Kongress dem Ministerium die Löschung einer Datei vor. So sei ein Foto anscheinend entfernt worden, hieß es in einem Beitrag auf X. Im Sender Fox News kündigte Blanche die Veröffentlichung hunderttausender weiterer Akten in den kommenden Wochen an. Den Fristverstoß erklärte er mit hohen Auflagen zum Schutz der Opfer.