Der Fraktionsvorsitzende der Union sagt klipp und klar: „Ich bin Fraktionsvorsitzender, und ich bleibe Fraktionsvorsitzender.“ Es ist anscheinend nicht möglich, Jens Spahn gegen seinen Willen abzusetzen. Bundeskanzler Merz erklärte, er habe eine „gute und vertrauensvolle“ Zusammenarbeit mit Spahn, und bei einer solchen Aussage läuteten früher alle Alarmglocken in der Union. Immer, wenn sich Angela Merkel bedingungslos hinter jemand stellte, dann war die Person eine Woche später aus dem Amt entfernt. Bei Friedrich Merz ist das anders, denn er sucht den größtmöglichen Abstand zur Altkanzlerin. Trotzdem fiel das Bekenntnis zu Spahn etwas schwach aus, es hätte eigentlich eine sehr gute und extrem vertrauensvolle oder eine total gute und äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit sein müssen. Wie viel Meter dick ist also das Blatt Papier, das anscheinend doch zwischen Merz und Spahn passt? Merz vertraut Spahn, aber kann Spahn auch Merz vertrauen, einem Mann, der mehr Versprechen gebrochen als gehalten hat?