Welt 06.02.2026
11:34 Uhr

Israeli sagt zum siebenten Mal aus – „Wollten in das Netzwerk der Familie Hensel einbrechen“


Der Chef einer israelischen Sicherheitsfirma gilt als Drahtzieher der Entführung der Block-Kinder. Zum siebten Mal sagt er als Zeuge aus und nennt Details, wie das Haus des Vaters überwacht wurde.

Israeli sagt zum siebenten Mal aus – „Wollten in das Netzwerk der Familie Hensel einbrechen“

Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat der mutmaßliche Chef der Kidnapper von der Überwachung des Hauses des Vaters in Süddänemark berichtet. „Wir haben Spionage, was das Haus angeht, betrieben“, sagte der 68 Jahre alte Geschäftsführer einer israelischen Sicherheitsfirma vor dem Landgericht. Dazu seien schon fast ein Jahr vor der gewaltsamen Rückholung der Kinder im Umfeld des Hauses verschiedene technische Geräte installiert worden. Von der Aktion seien auch die Mutter Christina Block und der Familienanwalt informiert gewesen. Dabei ging es seinen Angaben zufolge zunächst um das Sammeln von Informationen im Sorgerechtsstreit. Zeuge: Wollten ins Netzwerk einbrechen Neben einer visuellen Überwachung sei es auch um den elektronischen Datenverkehr am Wohnsitz des Vaters Stephan Hensel gegangen. „Wir wollten in das Netzwerk der Familie Hensel einbrechen“, sagte der Mann laut Dolmetscherin. „Wir wollten in der Lage sein, in den ganzen Verkehr reinzuhören.“ Dabei seien auch Teile von Passwörtern entschlüsselt worden, jedoch nicht genug, um die Daten zu entschlüsseln. Der 68-Jährige wird von der Staatsanwaltschaft der Entführung beschuldigt, ist aber nicht Angeklagter in dem laufenden Prozess. Für seine Aussage gewährte ihm die Justiz sicheres Geleit. Es ist das bereits siebente Mal, dass der Israeli als Zeuge geladen ist. Am vergangenen Dienstag hatte der Zeuge im Prozess erklärt, er wolle angeblich falschen Darstellungen zum Tatablauf entgegentreten. Dies sei der Grund, warum er sich zu einer Aussage in Deutschland entschlossen habe. Auch nach der Entführung der Kinder habe er noch geglaubt, nichts Unrechtes getan zu haben. Als er von den Ermittlungen erfuhr, habe er gedacht, das sei ein Missverständnis. Er gab zu, ein bei der Entführung genutztes Wohnmobil gefahren zu haben. Sieben Angeklagte vor Gericht Die Hauptangeklagten in dem Prozess sind die Unternehmerin Christina Block (52), Tochter des Gründers der Steakhauskette „Block House“, sowie der Familienanwalt der Unternehmensgruppe und ein weiterer mutmaßlicher Entführer aus Israel. Vier weitere Personen, darunter Christina Blocks Lebensgefährte Gerhard Delling (66), stehen wegen Beihilfe vor Gericht. Bis auf den Israeli bestreiten alle Angeklagten, etwas Unrechtes getan zu haben.