Welt 14.01.2026
00:30 Uhr

„Ich nicht“ – Bärbel Bas weist Spekulationen über Kanzlerkandidatur zurück


SPD-Co-Chefin Bärbel Bas beantwortet, ob sie sich eine Kanzlerkandidatur im Jahr 2029 vorstellen könnte. Sie spekuliert auch über den Grund, warum Wähler derzeit nicht wüssten, „wofür die SPD steht“. Vor der geplanten Renten-Reform ermahnt sie zudem die zuständige Kommission.

„Ich nicht“ – Bärbel Bas weist Spekulationen über Kanzlerkandidatur zurück

Die SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas sieht sich nicht als mögliche Kanzlerkandidatin der Sozialdemokraten. Dem Magazin „Stern“ sagte die Bundesarbeitsministerin auf die Frage, wer Kanzlerkandidatin der SPD werde: „Das ist ein bisschen früh. Ich nicht.“ Die nächste Bundestagswahl steht 2029 an. Bas ist seit Juni vergangenes Jahres Co-Vorsitzende der SPD. Sie führt zusammen mit Finanzminister Lars Klingbeil die Partei. Bas mahnte zugleich ein schärferes Profil ihrer Partei an. „Die SPD muss klarer werden und eindeutiger Position beziehen. Sichere Arbeitsplätze, wirtschaftlicher Aufschwung und ein effizienter Sozialstaat haben oberste Priorität“, sagte die SPD-Vorsitzende. „Das Diffuse ist der Grund, warum Menschen mir sagen, sie wüssten gerade gar nicht mehr, wofür die SPD steht. Das wollen wir wieder ändern.“ Viele SPD-Wähler seien enttäuscht, weil der Eindruck entstanden sei, die Partei kümmere sich um viele kleine Gruppen, aber nicht mehr um das große Ganze und ihre Kernwählerschaft. Die Sozialministerin erwartet eine grundlegende Reform des Rentensystems (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/plus691add3ec7cd0ff6c6204087/rentenreform-jetzt-kommen-neue-signale-im-renten-streit.html) . Mit Blick auf die jüngst eingesetzte Rentenkommission sagte Bas dem „Stern“: „Ich erwarte, dass sie einen mutigen Vorschlag macht und nicht nur mit alten Kamellen kommt.“ Es könne nicht nur darum gehen, „bis 70 zu arbeiten und die Frühverrentung wegzuhauen“, sagte die SPD-Chefin. „Ich will eine Strukturreform bei der Rente. Da braucht es wirklich Mut – und den habe ich.“ Reformwillen müssen aus ihrer Sicht beide Koalitionspartner zeigen: „Dafür müssen wir uns auf die Union zubewegen, aber die Union auch auf uns.“