Es handelt sich um das vorläufige Ende der juristischen Auseinandersetzung zwischen Satiriker Jan Böhmermann und dem AfD-Politiker Maximilian Krah. Der Bundestagsabgeordnete hatte sich mit einer Schuldenbegleichung an den ZDF-Moderator derart viel Zeit gelassen, dass dieser im Januar einen Gerichtsvollzieher einschaltete, um eine Zwangsvollstreckung einzuleiten. „5.000 Euro habe ich auch nicht einfach so herumliegen“, verteidigte sich Krah gegenüber T-Online (verlinkt auf https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_101100566/afd-politiker-krah-liess-jan-boehmermann-zu-lange-auf-geld-warten.html) . Er habe das Geld jedoch noch vor der Nachricht des Gerichtsvollziehers überwiesen. „Ich geh‘ nie in den roten Bereich, aber in den gelben schon mal.“ Hintergrund des Vorgangs waren Aussagen Böhmermanns in seinem Podcast „Fest & Flauschig“ vom 5. Oktober 2024 (verlinkt auf https://open.spotify.com/episode/2LbwwtgDRKktTZseyBkeux?flow_ctx=cce9266b-005d-4e36-b0ce-9422c2bfa578%3A1769622942#login) . Darin hatte der Satiriker berichtet, der „Ober-TikTok-Fascho“ Krah habe unter anderem neben dem früheren FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache auf Einladung eines Frankfurter Unternehmers im Käferzelt beim Oktoberfest gefeiert. Der AfD-Politiker habe 200 Flaschen Champagner bestellt, um das ganze Zelt einzuladen. Durch den Wiesn-Wirt Michael Käfer sei die Bestellung jedoch storniert worden, was zu Buhrufen in Richtung des damaligen Europa-Abgeordneten geführt habe. Maximilian Krah dementierte daraufhin besagte Champagner-Bestellung. „Ich kann die Situation so nicht bestätigen“, erklärte auch eine Sprecherin des Unternehmers Michael Käfer gegenüber „T-Online“. Es habe eine Bestellung über mehrere Champagner-Flaschen gegeben, doch diese habe nichts mit dem AfD-Politiker zu tun gehabt. Der Wiesn-Wirt habe „keinen Akt des antifaschistischen Widerstands gewagt“, unterstrich sie. Vielmehr habe Käfer erst im Nachhinein erfahren, dass Krah im Zelt gewesen sei. Böhmermann berichtete anschließend wiederum, seine Quelle widerspreche der Darstellung Käfers. Eine „sehr große Champagner-Bestellung“ sei aus Krahs Box eingegangen, wobei sich der Zeuge unsicher zeigte, ob es sich „eher um 149 oder 20.000 Flaschen“ gehandelt habe. Insgesamt hatte der ZDF-Moderator die Podcast-Ausgabe viermal um aktuelle Entwicklungen ergänzt. Maximilian Krah wollte die Aussagen des Satirikers dennoch per einstweiliger Verfügung untersagen lassen. Vor dem Landgericht Düsseldorf scheiterte der AfD-Politiker im Dezember 2024 (verlinkt auf https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/12o19224-landgericht-duesseldorf-champagner-streit-krah-afd-boehmermann) jedoch mit seiner Unterlassungsklage. Aufgrund der Korrekturen in „Fest & Flauschig“ bestehe keine Eilbedürftigkeit. Zudem habe Böhmermann keine eigene Aussage getroffen, sondern lediglich eine Zuschrift zitiert. „Ich halte das Urteil bis heute für grob falsch, weil man dann so einfach mit Verleumdungen durchkommen kann“, bewertete Krah Böhmermanns Aussagen später. Der heutige Bundestagsabgeordnete legte Berufung gegen das Urteil ein, scheiterte am 13. März 2025 jedoch mit seiner Beschwerde. Damit war das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts rechtskräftig und Krah damit gezwungen, die Verfahrenskosten zu tragen. Dem kam er jedoch nicht nach, was Böhmermann wiederum im vergangenen Juni öffentlich machte. „Der Rechtsextremist (und AfD Bundestagsabgeordnete) Maximilian K. hat zwei selbst angezettelte Gerichtsverfahren gegen mich“ verloren, schrieb er in den sozialen Netzwerken Mastodon und Blue Sky, „und schuldet mir jetzt VIEL Geld. Der Nazi ist leider seit Monaten abgetaucht.“ Am 20. November 2025 erfolgte ein Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts Düsseldorf. Demnach habe Krah 4.779,56 Euro plus Zinsen zahlen müssen. Doch auch damit ließ sich der AfD-Politiker Zeit. „Ich habe gezockt“, erklärte er nun im Gespräch mit „T-Online“. Als Anwalt wisse er ohnehin, „wie lange gewartet wird“, ergänzte er. Vergangene Woche hat er dann eine Summe in Höhe von 5.053,28 Euro an Böhmermann überwiesen – vom Konto seines Sohnes aus. Er habe Angst gehabt, den Betrag selbst zu überweisen, da er fürchtete, seine Bankverbindung zu verlieren, falls der Satiriker diese öffentlich mache. Böhmermann hatte den Vorgang Ende Dezember bei „2025 kann weg! Der Jahresrückblick“ des Formats „WDR 5 Satire Deluxe“ (verlinkt auf https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:88286438f7d8d6e2/) von Axel Naumer und Henning Bornemann kommentiert. „Der Faschist schuldet mir Geld“, hatte der ZDF-Moderator dort in Bezug auf den AfD-Politiker erklärt. „Ich habe heute Morgen von meinem Rechtsanwalt die gute Nachricht bekommen, dass ich einen vollstreckbaren Titel gegen den Rechtsextremisten Maximilian Krah errungen habe.“ Sollte Krah ihm besagte Summe nicht innerhalb von 14 Tagen bezahlen, könne er diese „im Zug der Zwangsvollstreckung eintreiben“, schilderte Böhmermann dort weiter. Am Dienstag kommentierte Böhmermann den Rechtsstreit erneut via Instagram. Der „Schampus-Faschist“ habe ihm Geld geschuldet, hieß es dort. „Also habe ich einen gerichtlichen Titel gegen ihn erwirkt und Anfang Januar den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragt.“ Am Vortag sei die Summe nach einem knappen Jahr bei ihm ‚eingetrudelt‘. „Schaut mal, wie so ein echter stolzer Deutscher seine Schulden bezahlt.“ Die Vollstreckungskosten in Höhe von 170 Euro hätte Krah bislang jedoch nicht beglichen, beanstandete der Satiriker in einer weiteren Instagram-Story. Unterdessen kündigte Krah über X die nächste juristische Auseinandersetzung an. Am Dienstag war der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter im Talk-Format von Markus Lanz zu Gast (verlinkt auf https://www.youtube.com/watch?v=INO0CjZhQuw) . Dort verurteilte er die Remigrationspläne der AfD. Der frühere Europa-Abgeordnete Krah fordere auf der Plattform TikTok, 21 Millionen Menschen dazu auf, zu remigrieren. „Das ist natürlich absurd“, urteilte der Oberst außer Dienst, „weil da Millionen deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger dabei sind. Deswegen müssen wir aufpassen, dass wir hier nicht mit Zahlen spielen, sondern klarmachen: Natürlich haben wir eine Migrationsherausforderung, aber unser Hauptproblem ist, die Integration zu verbessern.“ Der AfD-Bundestagsabgeordnete sah sich durch die Aussagen des Verteidigungspolitikers diffamiert. „Kiesewetter verleumdet mich ungeniert bei Markus Lanz“, beschwerte sich Krah über seinen X-Account. „Ich werde ihn dafür auf Unterlassung in Anspruch nehmen und Strafanzeige wegen Verleumdung einer Person des politischen Lebens erstatten. Was für eine arme Wurst!“