Die neuerliche Veröffentlichung von Akten zu dem Missbrauchsnetzwerk rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beschäftigt auch die Ex-Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates. Im Interview mit dem US-Radionetzwerk NPR äußerte Melinda French Gates ihre „unglaubliche Traurigkeit“ über den Inhalt der nun von US-Behörden freigegebenen Millionen von Dokumenten – aber auch über die möglichen Verbindungen Epsteins zu ihrem einstigen Ehemann, der auch der Vater ihrer drei Kinder ist. „Für mich persönlich ist es immer schwierig, wenn diese Details zur Sprache kommen, nicht wahr? Denn sie wecken Erinnerungen an sehr, sehr schmerzhafte Zeiten in meiner Ehe“, sagte French Gates im NPR-Podcast „Wild Card“. „Ich bin sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie. Die Ehe der beiden wurde 2021 nach 27 Jahren geschieden. „Welche Fragen auch immer noch offen sind – ich kann nicht einmal ansatzweise alles wissen – diese Fragen sind für die Betroffenen und sogar für meinen Ex-Mann“, wird sie in einem Artikel des Netzwerks zitiert (verlinkt auf https://www.npr.org/2026/02/03/nx-s1-5697080/melinda-french-gates-reacts-to-ex-husband-bill-gates-being-mentioned-in-epstein-files) . „Sie müssen diese Fragen beantworten, nicht ich.“ Die jüngste Flut von Dokumenten habe sie mit „unglaublicher Traurigkeit“ erfüllt und sie auch an die Kämpfe erinnert, mit denen sie in ihrer Ehe konfrontiert war. „Ich zumindest habe es geschafft, mein Leben weiterzuführen, und ich hoffe, dass diesen Frauen Gerechtigkeit widerfährt.“ Was Gates über Jeffrey Epstein sagt ... In ihrem 2025 veröffentlichten Buch „The Next Day“ hatte die 61-Jährige angedeutet, dass ein Grund für die 2021 erfolgte Scheidung die Verbindung ihres Ex-Partners zu Jeffrey Epstein war. Bill Gates habe, schreibt sie, „nicht nur unsere Ehe, sondern auch meine Werte“ verraten. Bill Gates selbst sprach in einem früheren Interview mit dem „Wall Street Journal“ nur von einer „Bekanntschaft“ zu Epstein, die er mittlerweile als Fehler einstufe. „Ich war ziemlich dumm. Ich dachte, der Kontakt würde mir bei dem Engagement für weltweite Gesundheit helfen“, so der heute 70-jährige Multimilliardär, der sich gemeinsam mit seiner damaligen Frau jahrelang in einer Stiftung für die Verbesserung des Gesundheitswesens eingesetzt hat. Zudem spendeten er und Melinda jahrelang hohe Summen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und förderten die Entwicklung von Impfstoffen, unter anderem während der Corona-Pandemie. … und was in neu publizierten E-Mails steht In der neuerlichen Veröffentlichung des US-Justizministeriums kommt der Name des Microsoft-Gründers in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden – möglicherweise als Entwurf, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, „um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden“. Epstein behauptete außerdem, Bill Gates habe versucht, auch seiner Frau heimlich ein Medikament gegen Geschlechtskrankheiten zu geben. „Als ob das nicht schon genug wäre, flehen Sie mich dann auch noch an, die E-Mails über Ihre Geschlechtskrankheit, Ihre Bitte um Antibiotika, die Sie Melinda heimlich geben könnten, und die Beschreibung Ihres Penis zu löschen“, hieß es wörtlich in einer – wütenden – E-Mail von Epstein. Ein Sprecher von Bill Gates erklärte gegenüber NPR bezüglich der besagten Mails: „Diese Behauptungen sind absolut absurd und völlig falsch. Die Dokumente belegen lediglich Epsteins Frustration darüber, dass er keine dauerhafte Beziehung zu Gates hatte, und wie weit er ging, um ihn in eine Falle zu locken und zu diffamieren.“ Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten und teils prominenten Personen stritten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets ab. Die Interviewerin spricht Melinda French Gates auch direkt auf die E-Mails und den möglichen Sachverhalt an und fragt nach den Gefühlen der 61-Jährigen. In Videoclips, die zu dem Gespräch kursieren (verlinkt auf https://x.com/VigilantFox/status/2018748055701626938) , reagiert die dreifache Mutter sichtlich angefasst, ihre Antworten erfolgen nur stockend. Sie fühle sich „traurig“, sagt French Gates und wiederholt diese Einschätzung dann mehrfach. Da sei eine „einfach unfassbare Traurigkeit (…) Es ist einfach nur Traurigkeit“, so die Unternehmerin. Es sei „einfach unbegreiflich“, was „diesen Mädchen“ – gemeint sind offenbar die Opfer Epsteins – passiert sei. Indirekt bestätigt sie dann auch, dass die Vorgänge in der Tat für das Scheitern ihre Ehe verantwortlich waren, in dem sie weiter ausführt: „Ich habe meine Ehe beendet. Ich musste meine Ehe beenden. Ich wollte meine Ehe beenden. Ich hatte das Gefühl, ich müsste die Stiftung irgendwann verlassen. Es ist einfach nur traurig. Das ist die Wahrheit.“ Das komplette NPR-Interview mit Melinda French Gates wird am Donnerstag veröffentlicht.