Welt 07.02.2026
14:24 Uhr

Hollywood on Ice


Hamburg-Premiere der neuen Show von Holiday on Ice: „Cinema of Dreams“ ist eine poetisch-nostalgische Reise durch Geschichte und Filmgenres der Traumfabrik Hollywood. Max Giesinger sang live.

Hollywood on Ice

Die Show in der Barclays Arena in Hamburg beginnt mit einer nostalgischen, fast sentimentalen Erinnerung an die Traumfabrik Hollywood: Rund zwei Dutzend Eiskunstläuferinnen und -läufer treten in farbigen, glitzernden Kostümen im Schnitt und mit den Frisuren der Stummfilm-Ära ins Rampenlicht der Barclays Arena in Hamburg, darunter Popcorn-Verkäufer in Uniform mit Bauchladen. Die Filme, die gedreht wurden, waren zwar schwarzweiß, aber die Wirklichkeit durchaus farbenfroh. Die Kulisse hinter der Eislaufbahn zeigt auf 120 Quadratmetern LED-Fläche ein altes Kino. Drei Freunde, der fiktive Regisseur Ethan Cole, sein Star Mia und sein Kameramann Sam, renovieren es mit Freunden und fangen an, ihre Filme zu drehen und zu zeigen. Diese erinnern nicht von ungefähr an Klassiker der Filmgeschichte. So werden die Produktions- und die Rezeptionsgeschichte in einem Handlungsstrang verwoben. Max Giesinger als Gaststar Technisch nahezu perfekt ist nicht nur das Bühnenbild, sondern auch die 37 Tänzerinnen und Tänzer, die sich auf Schlittschuhen durch die Geschichte „Cinema of Dreams“ bewegen, die neue Show von Holiday On Ice, die am 6. Februar, eine besondere Hamburg-Premiere feierte. Der Sänger und Songwriter Max Giesinger steuerte bei einem Gastauftritt zwei seiner Songs in Live-Auftritten bei, sang im ersten Teil „Butterfly Effect“ und im zweiten, sich selbst am Klavier begleitend, „Wenn sie tanzt“. Den naheliegenden Scherz „Wenn sie eistanzt“ ließ er aus. Ein Eistanzpaar illustrierte den Hit mit einer einfühlsamen Performance. Die Show ist in Hamburg noch am 7. und 8. Februar zu erleben, dann allerdings ohne Giesinger. Die Traumreise durch kalifornische Eistanzwelten wandert in der neuen Show durch Genres und Zeiten. Cole und seine beiden Begleiter werden unglaublich erfolgreich, jeder neue Film übertrifft den vorherigen, die Produktionen werden größer und teurer, es hagelt Preise. Bis am Ende andere Regisseure ins Rampenlicht treten und seinen Star Mia umwerben. Cole verzweifelt und muss schmerzhaft erkennend, dass nur die wahre Freundschaft seiner Mitstreiter den vergänglichen Ruhm überdauert. Erdacht und in Szenen übersetzt haben „Cinema of Dreams“ der Creative Director Kim Gavin, Choreograf Adam Blake, Kostümdesigner Michael Sharp und Bühnendesignerin Misty Buckley. Vom Science Fiction Blockbuster bis zum Agententhriller Dem Erfolgsrezept aller Holiday On Ice-Shows folgend werden die Bilder und sportlichen Aktionen im Verlauf des Abends immer spektakulärer. Die Reise geht durch Science Fiction Blockbuster ebenso wie durch Agententhriller inklusive mexikanische Folklore unter besonderer Berücksichtigung des Dia de Muertos, des Totenkults mit seinen Gerippe-Kostümen und Totenschädeln mit Hut und Zigarre. Szenen mit einem großen Showballett gedenken der Zeit der Revuen und Musikfilme. Harlekine und Clowns arbeiten sorgfältig voneinander getrennt in größeren Gruppen von bis zu zehn Künstlern. Skater tauchen im Dutzend auf, zeigen Breakmoves on Ice. Zu den größten Stärken des Abends zählen neben den Mehrfachsprüngen, Hebungen und Pirouetten auf dem Eis, die vom Salto und Flickflack rückwärts bis zu Strapatennummern reichen, bei denen die Tanzpaare abheben und einfach in der Luft weitertanzen: seine Poesie. Anmutiger Eistänze, gefühlvoll gestaltete Choreografien Anmutige Tänze und gefühlvolle Choreografien, die perfekt auf die Rock- und Popsongs des Abends abgestimmt sind, getanzte Liebesgeschichten, wie jene rund um ein auf dem Eis brennendes Herz, sind das Pfund des Abends. Auch Nummern wie der Tanz zu „Red Right Hand“ von Nick Cave sind etwas Besonderes, tragen die vortragenden Künstler doch durch die Bank zu gelbem Trenchcoat braune Hüte und je einen roten Handschuh an der rechten Hand. Die Kamera von Sam und Ethan ist ebenso wie ein großer silberner Filmprojektor den ganzen Abend immer wieder mal auf dem Eis, wobei Ethan in der Sequenz vor Schluss sie selber dabeihat, als ihm sein Team abhandengekommen ist, vor der Wiedervereinigung. „Cinema Of Dreams“ macht – weill’s live läuft – noch zufriedener als ein Blockbuster im Kinosaal, der den Zuschauer noch auf dem Weg nach Hause gefangen hält. Weitere Termine: 7. Februar, 16.30 und 20 Uhr; 8.Februar 13 und 16.30 Uhr