Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) verurteilt die Ausschreitungen in Gießen im Umfeld des AfD-Jugendkongresses und fordert von linken Parteien sowie Gruppen eine Distanzierung von den Gewalttaten. „Die Gewaltmärsche von Gießen waren ein linker Tiefpunkt. Wer mit Gewalt, Bedrohungen und aggressiven Aufmärschen versucht, Versammlungen zu verhindern und zu attackieren, schützt unsere Demokratie nicht, sondern greift sie an“, sagte Rhein WELT. „Nur durch das mutige und entschlossene Vorgehen unserer Polizei wurden massive Zerstörung, schwere Verletzungen und Schlimmeres verhindert.“ Der Ministerpräsident fordert: „Es wäre wünschenswert, dass sich die gemäßigten Linken von diesem Gewalt-Wochenende von Gießen distanzieren und sich für einen demokratischen Umgang einsetzen auch mit jenen, die wir aus guten Gründen ablehnen und mit denen wir politisch nichts zu tun haben wollen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/plus68f0960f06329773ec673d5d/umgang-mit-rechtsaussen-partei-die-botschaft-der-union-wer-afd-waehlt-verschenkt-seine-stimme.html) . Der Rechtsstaat schützt uns alle – und wir alle tragen Verantwortung, unseren Rechtsstaat dabei zu unterstützen.“ Laut Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) wurden bei den Ausschreitungen mindestens zehn Polizisten leicht verletzt; eine abschließende Bilanz lag am Sonntag noch nicht vor. Auch der AfD-Politiker Julian Schmidt wurde bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit gewaltbereiten Gegnern der Partei verletzt. Die Veranstaltung in der Messehallen in Gießen begann wegen zahlreicher Protestaktionen und Blockaden erst mit gut zweistündiger Verspätung am Samstagmittag. Während das Aktionsbündnis „Widersetzen“ von mehr als 50.000 Protestteilnehmern sprach, gab die Polizei am Sonntag die Zahl mit mindestens 25.000 (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article692a7ddae9b1296b9ef97707/giessen-aktuell-polizei-zaehlt-25-000-demo-teilnehmer-afd-bundestagsabgeordneter-angegriffen-liveticker.html) an. Seit den frühen Morgenstunden des Samstags hatte ein Teil der Demonstranten versucht, die Zufahrten zur Messehalle zu blockieren. Vereinzelt kam es einem Polizeisprecher zufolge zu Flaschen- und Steinwürfen auf Beamte. Aus einer Gruppe von 1500 Demonstranten sei auch mit Leuchtstoff-Munition auf Polizeikräfte geschossen worden. Bei der Auflösung von Blockaden auf Zufahrtsstraßen setzte die Polizei teilweise Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Einige Demonstranten versuchten am Nachmittag zu der auf dem Westufer der Lahn liegenden Messehalle vorzudringen. Die Polizei drängte sie mithilfe eines Wasserwerfers zurück.