Welt 02.02.2026
11:47 Uhr

„Hass ist keine Meinung“, steht auf dem Schuh der Deutschen – für Olympia verboten


Die deutsche Eisschnellläuferin Josephine Schlörb hat auf ihren Maßschuhen Anti-Hass-Botschaften gedruckt. Damit will sie bei den Olympischen Winterspielen starten. Das IOC verbietet den Einsatz jedoch. Die Entwicklung einer Alternative kostet die Athletin viel Zeit.

„Hass ist keine Meinung“, steht auf dem Schuh der Deutschen – für Olympia verboten

Eisschnellläuferin Josephine Schlörb darf bei den am Freitag beginnenden Olympischen Winterspielen in Mailand (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article69006d384876ac87d158c3de/olympia-2026-zeitplan-tickets-disziplinen-alles-zu-den-winterspielen-in-mailand-cortina.html) nicht mit ihren gewohnten Schuhen starten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/wintersport/article69791ed99608850638cf4def/olympia-nicht-besonders-befriedigend-ioc-schiebt-start-von-luis-vogt-einen-riegel-vor.html) untersagte der 22-Jährigen ihren Angaben zufolge wegen der aufgedruckten Botschaften die Nutzung. „Auf meinem alten Maßschuh hatte ich relativ viele Statements aufgedruckt. Zum Beispiel: Hass ist keine Meinung. Diskriminierung ist ein Verbrechen“, sagte Schlörb der „Sächsischen Zeitung“. Deshalb hatte die Vize-Europameisterin von 2024 frühzeitig Kontakt zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen. Ein knappes halbes Jahr später kam vom IOC das Verbot mit Verweis auf die Regel 50 der olympischen Charta. Das Wettkampffeld „muss komplett frei von politischen Gedanken sein. Du darfst drumherum alles machen, alles tragen, alles sagen – aber beim Wettkampf selbst darfst du keine politischen Statements bringen“, sagte die Dresdnerin. Daraufhin machte Schlörb die Aufschriften unkenntlich, doch diese Version untersagte das IOC ihr zufolge ebenfalls. Es könne ja Nachfragen geben, was darauf gestanden habe, habe es geheißen. Schlörb entwickelte ein neues Design, druckte eine Weltkarte aus dem Wort Respekt in verschiedenen Farben auf die Schuhe. Dies wurde vom IOC genehmigt, allerdings steckte für Schlörb viel Arbeit dahinter. Sie musste nachweisen, dass alle Wörter tatsächlich „Respekt“ bedeuten. Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, (verlinkt auf https://open.spotify.com/show/7CX3rSNRL11YEnW7IzkWIS?si=82f337b82c6b4e32&nd=1&dlsi=56417d9ce6fc406c) Apple Podcasts (verlinkt auf https://podcasts.apple.com/de/podcast/weltmeister/id1852960967) oder direkt per RSS-Feed. (verlinkt auf https://weltmeister.podigee.io/feed/mp3) „Ich habe dafür extra eine Excel-Tabelle erstellt. Mit der wörtlichen Übersetzung, alternativen Übersetzungsmöglichkeiten und welche Quellen ich genutzt habe. Ich wollte wirklich auf Nummer sicher gehen“, sagte die Athletin. Der neue Schuh ist ebenfalls maßgefertigt und Schlörb sagte, sie „liebe diesen Schuh“. In der Teamverfolgung (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/1bundesliga/spiele-und-ergebnisse/) will Schlörb mit Lea Sophie Scholz und Josie Hofmann um die Medaillen mitlaufen.