Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein muss sich ab dem kommenden Monat erneut wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht verantworten. Ab dem 14. April wird der Fall der Schauspielerin Jessica Mann neu aufgewickelt, wie Weinsteins Sprecher am Mittwoch mitteilte. Ein erster Prozess um den Fall war im vergangenen Jahr gescheitert, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Jessica Mann wirft dem ehemaligen Produzenten vor, sie im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben, Weinstein beteuert seine Unschuld. Ein Geschworenengericht in New York hatte Weinstein im vergangenen Juni wegen sexueller Übergriffe auf die Produktionsassistentin (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/article256239914/6849c3015f36f04e93219796.html) Miriam Haley schuldig gesprochen. Im selben Prozess wurde der heute 73-Jährige vom Vorwurf eines sexuellen Übergriffs auf das Model Kaja Sokola freigesprochen. Im Fall Mann waren die Geschworenen nicht zu einer Entscheidung gekommen, sodass der Fall nun neu verhandelt werden muss. Der einstige Hollywood-Mogul verbüßt derzeit bereits eine 16-jährige Gefängnisstrafe in Kalifornien wegen weiterer Sexualstraftaten. Mehr als 80 Frauen warfen dem Produzenten von Hollywood-Kassenschlagern wie „Pulp Fiction“ und „Shakespeare in Love“ Sexualstraftaten vor, nachdem die Zeitung „New York Times“ und das Magazin „New Yorker“ 2017 mit Enthüllungen über Weinsteins Taten die Filmbranche erschüttert hatten. Die Artikel lösten die MeToo-Bewegung (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/video255949150/MeToo-Affaere-Weinstein-Prozess-wird-in-New-York-neu-aufgerollt.html) aus. Der Name Weinstein wurde weltweit zum Synonym für Männer, die ihre Machtstellung gegenüber Frauen ausnutzen. Der 73-Jährige war 2020 wegen Vergewaltigung und krimineller sexueller Handlungen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch war 2024 allerdings aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend wieder kassiert worden. Weinsteins Sprecher Juda Verge sagte zu dem im kommenden Monat beginnenden Prozess, Weinstein bleibe bei seiner Darstellung, dass die „Beziehung“ mit Jessica Mann einvernehmlich gewesen sei und freue sich schon darauf, vor Gericht erneut Beweismittel dazu vorlegen zu können. Mit neuem Anwaltsteam ins neue Verfahren Dafür hat der gesundheitlich schwer angeschlagene Weinstein, der zu der Anhörung erneut im Rollstuhl erschien, ein neues Anwaltsteam engagiert, das unter anderem auch schon den früheren Rap-Star Sean „Diddy“ Combs und den wegen des Mordes an einem Versicherungschef mitten in Manhattan angeklagten Luigi Mangione verteidigt hatte. 2023 war Weinstein in Kalifornien in einem separaten Strafverfahren zu 16 weiteren Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklage warf ihm auch dort sexuelle Übergriffe vor. Seine Verteidigung hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.