In Hamburg ist die Debatte über Sicherheit rund um den Jahreswechsel neu entbrannt. Die Polizei der Hansestadt meldete für die Silvesternacht 2025/2026 eine Zunahme der Einsatzzahlen auf 1398 Fälle im Vergleich zu 1079 im Vorjahr. Dabei seien mindestens zehn Polizisten verletzt worden, wobei ein Beamter den Dienst nicht fortsetzen konnte. Besonders in Steilshoop seien umfassende Maßnahmen notwendig gewesen, nachdem dort nach Polizeiangaben Pyrotechnik auf Menschen, Einsatzkräfte und Gebäude geworfen worden sei. Auch in anderen Stadtteilen wie Lurup, St. Pauli, Harburg, Wilhelmsburg und Dulsberg kam es zu Vorfällen mit Feuerwerk, die ein polizeiliches Eingreifen erforderlich machten. Vor dem Hintergrund dieser Lage fordert die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft eine Ausweitung bestehender Böllerverbotszonen auf zusätzliche Brennpunktbereiche. Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagte dazu: „Es ist völlig inakzeptabel, dass Böller und Feuerwerk gegen Menschen eingesetzt werden. Dabei erleben wir jedes Jahr wieder, dass es bestimmte Bereiche in Hamburg gibt, in denen die Lage besonders eskaliert.“ Zum Schutz der Menschen und insbesondere der Einsatzkräfte müssten daher Böllerverbotszonen, wie es sie schon länger erfolgreich rund um die Binnenalster gibt, auch auf andere Brennpunktbereiche in Hamburg ausgeweitet werden. Thering: „Das gilt ganz besonders für Steilshoop und das Phoenix-Viertel. Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr die gleichen Bilder sehen und SPD und Grüne tatenlos bleiben. Ich fordere den rot-grünen Senat auf, die Silvesternacht 2026/2027 besser vorzubereiten und von Beginn an konsequent gegen Gewalttäter und Chaoten vorzugehen.“ Diese Forderung richte sich konkret an den rot-grünen Senat unter Bürgermeister und Innensenator, die politischen Konzepte zur Sicherheit zukünftig anzupassen und weiterführende Verbotszonen einzurichten, so Thering. Verbotszonen in Hamburg: Status quo und Diskussion In Hamburg gibt es bereits seit einigen Jahren im Bereich der Innenstadt um die Binnenalster und den Rathausmarkt großflächige Feuerwerksverbote. Laut Polizei hielten sich viele Menschen an diese Regelungen, was in diesen Zonen zu einem weitgehend ruhigen Jahreswechsel beigetragen habe. Die CDU argumentiert jedoch, dass diese Maßnahmen in sozialen Brennpunkten nicht ausreichten, da dort vermehrt gezielte Angriffe mit Böllern und Feuerwerkskörpern auf Einsatzkräfte und Passanten stattfänden. Die Polizei selbst bezeichnete den Verlauf der Silvesternacht insgesamt als „silvestertypisch“, wies aber zugleich darauf hin, dass es in einzelnen Problemgebieten zu gewichtigen Zwischenfällen gekommen sei.  Polizeiliche und gesellschaftliche Bewertung Innenbehörde und Polizei betonten nach der Silvesternacht die Belastung für die Einsatzkräfte, aber auch den überwiegend friedlichen Verlauf in großen Teilen der Stadt. Kritiker aus der CDU-Fraktion sehen in den erneuten Vorfällen hingegen eine strukturelle Herausforderung, die durch gezielte Verbotszonen und präventive Strategien adressiert werden müsse. Befürworter weiterer Verbotszonen verweisen darauf, dass feste Feuerwerksverbotsbereiche die Einsatzplanung erleichtern, Risikogruppen identifizieren helfen und insgesamt zur Deeskalation beitragen können. Gegner befürchten dagegen, dass Verbotszonen allein keine sozialen Spannungen lösen und lediglich zu Verlagerungseffekten führen könnten. Ausblick und politische Debatte Mit Blick auf den kommenden Jahreswechsel zu Silvester 2026/2027 dürfte die Diskussion um Feuerwerksverbote, Sicherheitskonzepte und Maßnahmen gegen Gewalt erneut an Bedeutung gewinnen. Die Frage, ob eine Ausweitung von Böllerverbotszonen auf Stadtteile wie Steilshoop und das Phoenix-Viertel tatsächlich zu einer Verbesserung der Lage führt, wird Teil der politischen Auseinandersetzung in den kommenden Monaten sein.