Welt 26.01.2026
10:03 Uhr

Hamburger Behörden kündigen schärfere Gangart bei der privaten Räumpflicht an


Das Winterwetter sorgt erneut für Probleme in Hamburg, betroffen sind viele Bahnverbindungen und auch die Autobahnen. Auf den Gehwegen müssen häufig die Anrainer räumen – mit der bisherigen Bilanz sind die Bezirke unzufrieden. Und das soll Konsequenzen haben.

Hamburger Behörden kündigen schärfere Gangart bei der privaten Räumpflicht an

Hamburg startet mit erneutem Winterwetter in die Woche. Neuer Schnee, Glätte und Frost belasten Verkehr und Infrastruktur, zugleich zieht die Bezirksbehörde erstmals Bilanz zur Einhaltung der Räum- und Streupflicht. In dem Ergebnis sehen die Behärden einen deutlichen Handlungsbedarf. Nach Angaben der Bezirke haben die Wegewarte seit Beginn des schneereichen Jahres mindestens 2363 Ansprachen oder Verwarnungen ausgesprochen, weil Gehwege nicht ordnungsgemäß geräumt waren. Besonders häufig waren Verstöße im Bezirk Hamburg-Mitte, wo 1150 Anliegerinnen und Anlieger ermahnt wurden. In Wandsbek wurden 770 Fälle registriert, in Altona 250. In 18 Fällen leiteten die Behörden bereits formelle Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, einmal wurde ein Bußgeld über 250 Euro verhängt. Drei Gehwege mussten im Wege der Ersatzvornahme geräumt werden, deren Kosten den Betroffenen in Rechnung gestellt werden. Für die nächste Wintersaison soll die Durchsetzung der Regeln verschärft werden. Bezirksamtsleitungen und Senat einigten sich darauf, dass Verwarngelder bis zu 50 Euro künftig schneller verhängt werden können. Zudem soll die Aufklärung der Räum- und Streupflichtigen früher beginnen, damit sich diese rechtzeitig mit Schneeschiebern und Streugut versorgen können. Auch öffentliche Einrichtungen sollen ihre Pflichten konsequenter erfüllen. Bezirkssenator Andreas Dressel betonte, die meisten Hamburger hielten sich an ihre Aufgaben, die vergangenen Wochen hätten jedoch gezeigt, wie wichtig eine deutliche Sensibilisierung sei. Für die kommenden Monate kündigte er eine frühere Informationskampagne an. Parallel dazu führt das winterliche Wetter zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Bei der Hamburger S-Bahn kommt es zu Ausfällen und Verzögerungen. Die Linie S1 fährt zwischen dem Flughafen und Blankenese nur im Zehn-Minuten-Takt, zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel pendeln die Züge und Fahrgäste müssen in Ohlsdorf umsteigen. Die S2 fällt komplett aus; Reisende sollen auf die S7 ausweichen, auf der es zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten kommt. Die S3 und S5 verkehren planmäßig. Auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist betroffen. Auf der Strecke Hannover–Uelzen–Hamburg sind mehrere Weichen eingeschneit oder eingefroren, weshalb Fernzüge derzeit in Bahnhöfen zurückgehalten werden. Ähnliche Probleme gibt es auf der Verbindung Berlin–Hamburg. Im Südwesten, insbesondere im Raum Frankfurt und Stuttgart, meldete die Bahn ebenfalls Ausfälle. Fahrgäste werden gebeten, ihre Verbindungen vor Reiseantritt zu prüfen. Im Regionalverkehr fahren auf der Strecke Hamburg–Uelzen derzeit keine Metronom-Züge, da Weichen in mehreren Abschnitten gestört sind. Am Nachmittag wird es ruhiger Der Deutsche Wetterdienst rechnet in Hamburg und Ostholstein mit bis zu zehn Zentimetern Neuschnee und vereinzelt auch mit gefrierendem Regen. Am Nachmittag lässt der Niederschlag nach, die Temperaturen liegen zwischen 0 und 2 Grad. In der Nacht zum Dienstag bleibt es frostig mit Tiefstwerten um minus 2 Grad, auch leichter Schneefall ist weiterhin möglich. Am Dienstag zeigt sich der Himmel stark bewölkt und trüb; am Mittwoch bleiben die Temperaturen ebenfalls niedrig, an den Küsten kann es zu leichtem Schneegriesel kommen. Durch die Glätte kam es am Morgen zu ersten Verkehrsunfällen. Auf der A1 zwischen Barsbüttel und Stapelfeld geriet ein Kastenwagen offenbar wegen Schnee oder Eis ins Rutschen. Verletzt wurde niemand, der rechte Fahrstreifen blieb jedoch gesperrt. Nördlich von Reinfeld kam es zu einem weiteren Unfall, auch hier ohne Verletzte. Die Winterdienste sind seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Die Stadtreinigung Hamburg war bereits ab 1.00 Uhr mit 728 Kräften und 360 Fahrzeugen unterwegs, um Straßen, Gehwege, Bushaltestellen und Fußgängerüberwege zu sichern.