Mehrere gescheiterte Wohnungsbauprojekte in Hamburg entwickeln sich mittlerweile zu einem Justizfall mit erheblichen Dimensionen. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“, das am Sonnabend das Ergebnis einer mehrmonatigen Recherche veröffentlichte, ermittelt inzwischen die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen zwei Beteiligte. Im Kern geht es um etliche gescheiterte Bauprojekte, bei denen Wohnungskäufer erheblich zu Schaden gekommen sein sollen. Prominente Investoren sollen dagegen über ein Family Office hohe Renditen erhalten haben. Erstmals berichtet wurde über die Vorgänge vor zwei Jahren, viele Aspekte waren damals aber noch nicht bekannt. Welche Prominenten zu den Geldgebern gehörten, ist unklar. Ebenso die Frage, ob sie von dem Geschäftsmodell wussten. Nach Abendblatt-Informationen zählen Musiker, Moderatoren, bekannte Unternehmer und ein Fußball-Weltmeister von 2014 dazu. Die Namen seien der Redaktion bekannt. Darum geht es: Im Zentrum der Vorgänge stehen zwei Firmen, ein Projektentwickler und ein Family Office. Geplant waren Mehrfamilienhäuser in mehreren Hamburger Stadtteilen, darunter St. Pauli, Schnelsen und Lokstedt. Die Grundstücksankäufe sollen über Darlehen finanziert gewesen sein, die das Family Office vermittelt haben soll. Doch die meisten Projekte sind offenbar gescheitert. Während zahlreiche Wohnungskäufer dabei Hunderttausende verloren haben sollen, sollen die prominenten Investoren zum Teil hohe Renditen eingestrichen haben. Nach Informationen des Abendblatts sollen zudem hohe Beträge aus dem Ausland über das Family Office in Hamburger Projekte geflossen sein. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nach „Abendblatt“-Informationen nun unter anderem wegen Verdachts der Geldwäsche, der Insolvenzverschleppung und wegen Verstößen gegen das Bauforderungssicherungsgesetz. Dieses schreibt vor, dass Baugelder vorrangig in das jeweils finanzierte Bauwerk fließen müssen.