Welt 16.01.2026
15:49 Uhr

Hamburg verzeichnet deutlichen Rückgang – so wirkt sich die Politik aus


Hamburg verzeichnet deutlich weniger neue Flüchtlinge und Asylbewerber. Innensenator Andy Grote (SPD) führt den Rückgang auf gemeinsame Maßnahmen von Bund und Ländern zurück. Doch die Unterkünfte bleiben voll und die Zahl der Ausreisepflichtigen hoch.

Hamburg verzeichnet deutlichen Rückgang – so wirkt sich die Politik aus

Die Zahl der nach Hamburg gekommenen Flüchtlinge und Schutzsuchenden ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Die zuständigen Stellen registrierten 12.328 Menschen, was nach Angaben der Innenbehörde einen Rückgang um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Von den registrierten Personen blieben 9359 in Hamburg, die übrigen wurden auf andere Bundesländer verteilt. Im Jahr 2024 hatte die Hansestadt 12.639 Geflüchtete aufgenommen, woraus sich ein Minus um 26 Prozent ergibt. Besonders stark ging die Zahl der ankommenden Asylbewerber zurück, wie aus dem neuen Lagebild des Senats hervorgeht. Das Amt für Migration verzeichnete 6669 Registrierungen und damit 32 Prozent weniger als 2024, als 9795 Asylsuchende registriert wurden. Aus der Ukraine suchten 5659 Menschen Schutz in Hamburg, zwölf Prozent weniger als im Vorjahr (6393). Zurzeit leben den Angaben zufolge 36.750 ukrainische Kriegsflüchtlinge in Hamburg, darunter mehr als 20.500 Frauen. In den öffentlichen Unterkünften waren zum Jahresende 42.300 Menschen untergebracht. Trotz der sinkenden Zahl von Neuankömmlingen sind die Unterkünfte zu 93,5 Prozent ausgelastet. Mehr als 6000 Menschen ausreisepflichtig Ausreisepflichtig sind in Hamburg zurzeit 6212 Menschen, fast genauso viele wie Ende 2024 (6.225). 1774 Asylbewerber und Schutzsuchende wurden abgeschoben oder reisten unter behördlicher Überwachung aus. Das waren 28 Rückführungen mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2016 nicht mehr. Damals waren 3062 Menschen abgeschoben worden oder unter Überwachung ausgereist. Im vergangenen Jahr scheiterten 418 geplante Rückführungen, deutlich mehr als 2024 (304). Einen starken Anstieg gab es laut Lagebild bei den Asylklagen. Die Zahl der Neuzugänge beim Verwaltungsgericht verdoppelte sich von 2002 auf 4027. Bei den Eilverfahren wurde eine Zunahme von 822 auf 1527 verzeichnet. „Seit Herbst 2023 ist es uns gelungen, mit den ergriffenen Maßnahmen von Bund und Ländern die Zugangszahlen spürbar zu senken, während die Zahl der Abschiebungen kontinuierlich steigt“, erklärte Innensenator Andy Grote. Als Vorsitzland der Innenministerkonferenz setze sich Hamburg für eine faire und konsequente Migrationspolitik ein, die weiterhin Integrationsperspektiven biete und denen Schutz gewähre, die ihn wirklich benötigten. Umgekehrt werde der Aufenthalt beendet, wenn die Aufenthaltsperspektive fehle und erst recht, wenn die Sicherheit in Deutschland gefährdet sei.