Die Lyft-Tochter Freenow und die Stadt Hamburg arbeiten an der Einführung autonomer Taxis. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, teilten Freenow by Lyft und die Hamburger Verkehrsbehörde mit. Geplant ist, dass Freenow die Taxis im Westen Altonas, im Norden der Stadt und in Bergedorf testet. Wann die Testphase beginnen soll, geht aus den Mitteilungen nicht hervor. In den nächsten Monaten soll Freenow zunächst Technologie- und Fahrzeugpartner auswählen, teilte die Verkehrsbehörde mit. Angedacht ist, dass die Taxis das Automatisierungslevel vier aufweisen. Das heißt, die Taxis können autonom fahren, aber nur in bestimmten Umgebungen oder Situationen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet. „Autonome Taxis können einen wichtigen Beitrag zur Anbindung des öffentlichen Verkehrs leisten – insbesondere in Nebenverkehrszeiten und in bislang unterversorgten Gebieten“, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). Bereits mehrere Projekte zum autonomen Fahren Im April vergangenen Jahres war bekanntgeworden, dass der US-Fahrdienstvermittler Lyft nach Europa expandiert, indem er die Hamburger Mobilitäts-App Freenow von BMW und Mercedes kauft. Freenow war 2009 unter dem Namen Mytaxi gegründet worden. In Hamburg gibt es schon mehrere Projekte zum autonomen Fahren, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden. An dem Einsatz autonomer Busse arbeiten die VW-Tochter Moia, das städtische Verkehrsunternehmen Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein. „Moia ist sehr weit: Ende 2026, Anfang 2027 erwarten sie die Zulassung für Level 4 – das heißt, Fahrzeuge dürfen ohne Fahrer in einem definierten Gebiet fahren. Level 5 wäre eine weltweite Zulassung, aber da ist man noch nicht. Wir testen außerdem Kleinbusse von Holon und eVersum – und wollen 2026 größere Fahrzeuge ausschreiben“, hatte Verkehrssenator Tjarks jüngst in einem WELT-Interview gesagt. Hintergrund sei auch der demografische Wandel: „Wir haben heute deutlich weniger Schulabgänger als vor 50 Jahren. Wenn wir weiter einen guten Busverkehr wollen, brauchen wir autonome Lösungen. Sonst fehlen uns schlicht die Fahrer.“