Welt 28.02.2026
15:37 Uhr

Hamburg probt den Ausnahmezustand


Bis in die Mittagsstunden rollten Kolonnen von Hilfsorganisationen durch Hamburg. Geübt wurde der Einsatz für den größten Notfall – und das ohne vorherige Ankündigung.

Hamburg probt den Ausnahmezustand

Mehr als 300 Einsatzkräfte der sogenannten Medizinischen Task-Forces haben heute in Hamburg an einer Katastrophenschutzübung teilgenommen. Dabei sei vor allem die Anreise zu einer Einsatzstelle und die Einrichtung einer Notunterkunft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) geübt worden, teilte ein Sprecher der Malteser mit. Hierfür waren in Hamburg mehrere Fahrzeugkolonnen unterwegs. Am frühen Morgen wurden unter anderem Kräfte der Malteser, der Johanniter, des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu einem unklaren Einsatz gerufen. Die Alarmierung sei möglichst vage gehalten worden, um zu testen, ob die Strukturen der Task-Forces im Erstfall standhielten. Die geübten Szenarien hätten insgesamt gut funktioniert, berichtete der Sprecher der Malteser. Mittlerweile ist die Übung abgeschlossen. Einsatz im Katastrophenfall Normalerweise kommen die Medizinischen Task-Forces im Spannungs- und Verteidigungsfall sowie im bundesländerübergreifenden Katastrophenschutz zum Einsatz. Ziel sei es dann schnellstmöglich ein Krankenhaus ersetzen zu können, so der Sprecher. Im gesamten Bundesgebiet gibt es laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz derzeit 61 dieser Einheiten. Zwei davon sind in Hamburg. Besondere Streik-Lage in Hamburg Erschwert wurde die Lage dadurch, dass in Hamburg noch mehr Autoverkehr unterwegs war als ohnehin üblich an einem Sonnabend. Durch den Warnstreik bei der Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) war der öffentliche Nahverkehr in Hamburg weiterhin stark eingeschränkt. Wie die Verkehrsdienstleister mitteilten, fielen viele Fahrten aus. Der Warnstreik dauert voraussichtlich bis Sonntagmorgen um 3.00 Uhr. Fahrgäste sollten, wenn möglich, auf die S-Bahn umsteigen. Wegen des Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi sei derzeit kein Betrieb der U-Bahn in Hamburg möglich, teilte die Hamburger Hochbahn AG am Morgen mit. Auf den Buslinien 4, 12, 26 und 43 wird ein Notbetrieb angeboten. Zudem fahren die Linien 16 und 114 unregelmäßig. Die Busse auf den Strecken 5, 7, 23, 24, 37 und 150 fahren mittlerweile wieder „nahezu planmäßig“. Die Linien 180, 161 und 561 können normal fahren. Auch nach Beendigung des Warnstreiks sei am Sonntag noch bis in die frühen Morgenstunden mit Verspätungen zu rechnen.