Welt 08.01.2026
11:38 Uhr

Hamburg kämpft sich durch den Winter – und rüstet sich für einen schwierigen Freitag


Schnee, Glätte und erste Sperrungen sorgen in Hamburg schon am Donnerstag für Probleme. Der Hamburger Verkehrsverbund meldet Ausfälle, die Müllabfuhr kommt nicht überall durch. Und für Freitag warnt der Deutsche Wetterdienst weiter vor einer extremen Wetterlage.

Hamburg kämpft sich durch den Winter – und rüstet sich für einen schwierigen Freitag

Der Wintereinbruch hat Hamburg fest im Griff. In vielen Teilen der Stadt kommt es zu Einschränkungen – auf Straßen, im Nahverkehr, beim Winterdienst und in den Stadtteilen. Für Freitag sagen Meteorologen eine weitere Verschärfung voraus. Bereits am Donnerstag hat das Winterwetter den Verkehr teils ausgebremst. Im Hafen wurden Lastwagen durch Schnee und Eis gestoppt, die Köhlbrandbrücke wurde am Vormittag wegen rutschiger Fahrbahnen in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei riet, den Bereich weiträumig zu umfahren. Auch im öffentlichen Nahverkehr läuft nicht alles rund. Auf den S‑Bahn-Linien S1, S2, S3, S5 und S7 kommt es zu Verspätungen und verkürzten Fahrten, einzelne Verbindungen fallen aus. Mehrere Buslinien können Haltestellen aufgrund der Straßenverhältnisse nicht anfahren oder wurden ganz eingestellt. Die Hochbahn spricht von Taktlücken und bis zu 30 Minuten Verspätung. In den Bezirken zeigen sich erste Folgen des Wetters auch im Alltag: Die öffentlichen Friedhöfe werden ab Donnerstagabend geschlossen, Beerdigungen fallen aus. Drei Wochenmärkte – Billstedt, Hamm und Berta-Kröger-Platz – fallen am Freitag aus. Ob die Märkte am Sonnabend öffnen können, ist offen. Bei der Müllabfuhr kommt es vor allem in Nebenstraßen zu Problemen. Wegen glatter Fahrbahnen kann die Stadtreinigung nicht überall anfahren. Für ausgefallene Leerungen bietet sie an, bei der nächsten Tour zusätzliche Beistellungen mitzunehmen. Zusätzlich hatte die Stadt angesichts der Wetterlage am Dienstag das Streusalzverbot temporär aufgehoben. Das führt zu einem starken Ansturm in Hamburger Baumärkten: Teilweise waren Streusalz und Streugut kurzfristig vergriffen, Nachschub ist jedoch zugesagt. In der Nacht zum Freitag soll sich die Lage weiter zuspitzen. Sturmtief „Elli“ bringt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes verbreitet kräftige Schneefälle. Zwischen Nordsee und Ostsee – und damit auch im Raum Hamburg – sind zehn bis zwanzig Zentimeter Neuschnee möglich. Dazu kommt stürmischer Ostwind, der Schneeverwehungen begünstigt. Der ADAC rät daher, am Freitag nicht mit dem Auto zu fahren, sofern es sich vermeiden lässt, und auf Homeoffice auszuweichen. Der Bremsweg könne auf verschneiten Straßen bis zu fünfmal so lang sein wie auf trockener Fahrbahn. Auch die Bahn erwartet bundesweit Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr. Im Norden schließen Nahverkehrsunternehmen Einschränkungen bis hin zur Einstellung des Betriebs nicht aus. Die Verkehrsbehörde rechnet damit, dass es auch am Freitag bei HVV und Müllabfuhr zu Problemen kommen kann. Straßen und Nebenstraßen könnten erneut unpassierbar sein, Buslinien ausfallen oder Umwege fahren müssen. Die Schulbehörde hat den Präsenzunterricht an den Schulen ausgesetzt (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article695f7409482dcf8831fcd675/digitaler-unterricht-hamburger-schulen-schliessen-sicherheit-von-kindern-hat-vorrang.html) .