Welt 14.01.2026
19:08 Uhr

Hamas und Palästinenserbehörde einigen sich auf Übergangsverwaltung für Gaza


Nach Vermittlung durch Ägypten haben sich die Hamas und die Palästinenserbehörde auf ein 15-köpfiges Übergangsgremium für den Gazastreifen verständigt. Die Verwaltung soll Alltag und Hilfen organisieren – Grundlage ist ein von Donald Trump vorgestellter Plan.

Hamas und Palästinenserbehörde einigen sich auf Übergangsverwaltung für Gaza

Die Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde haben sich nach Angaben der ägyptischen Regierung auf die Zusammensetzung einer Übergangsverwaltung für den Gazastreifen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/nahost-konflikt/) geeinigt. Alle Beteiligten hätten eine Einigung auf die 15 Mitglieder des Gremiums getroffen, erklärte der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty am Mittwoch nach Gesprächen in Kairo. Mehrere Gruppen, darunter die islamistischen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad erklärten, die „Anstrengungen der Vermittler“ zur Bildung der Übergangsverwaltung unterstützen zu wollen. Die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geleitete Palästinenserbehörde drückte in einer von der Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung ebenfalls ihre Unterstützung aus. Gemäß einem im vergangenen Oktober von US-Präsident Donald Trump vorgestellten 20-Punkte-Plan für den Gazastreifen soll die Übergangsverwaltung aus Palästinensern und internationalen Experten bestehen und mit der täglichen Organisation in dem Palästinensergebiet beauftragt werden. Ein „Friedensrat“ unter Trumps Leitung soll dem US-Plan zufolge den Expertenrat für den Gazastreifen überwachen und beaufsichtigen. Nach Angaben von „Politico“ (verlinkt auf https://www.politico.eu/article/tony-blair-gaza-governance-palestine-israel-hamas-peace/) soll auch der frühere britische Premierminister Tony Blair an Entscheidungen über die Zukunft des Gazastreifens beteiligt werden. Vorgesehen ist demnach ein Sitz in einem Exekutivkomitee, das dem sogenannten „Friedensrat“ zur Überwachung der Übergangsverwaltung untersteht. Die Leitung des Friedensrats soll laut „Politico“ der bulgarische Diplomat Nikolaj Mladenow übernehmen. In dem Bericht ist zudem von Vorbehalten gegen eine Beteiligung Blairs die Rede, insbesondere wegen seiner Rolle im Irakkrieg. Der ägyptische Außenminister Abdelatty erklärte weiter, seine Regierung hoffe, dass das Komitee bald vorgestellt und dann im Gazastreifen eingesetzt werde, um dort „das Alltagsleben und die lebensnotwendigen Dienstleistungen“ zu verwalten. Ägypten hatte in den vergangenen Monaten mehrfach zwischen Israel und der Hamas vermittelt. Bei den Verhandlungen in Kairo sollte es neben dem Übergangskomitee auch um weitere Fragen gehen, darunter den Rückzug der israelischen Armee aus weiteren Teilen des Gazastreifens, die Wiederöffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Palästinensergebiet und Ägypten und die Einfuhr von in Ägypten gelagerten Hilfsgütern.