Welt 16.02.2026
19:46 Uhr

„Geschmäckle“ in Niedersachsen – Neuer Vorwurf der Vetternwirtschaft gegen AfD


Nun erreichen die Vorwürfe, die AfD betreibe Vetternwirtschaft, auch Niedersachsen. Der Landesvorsitzende Ansgar Schledde bestätigt, dass seine Frau in einem Büro eines AfD-Bundestagsabgeordneten arbeitet. Die Partei gerät damit weiter unter Druck.

„Geschmäckle“ in Niedersachsen – Neuer Vorwurf der Vetternwirtschaft gegen AfD

Die Diskussion über die Anstellung von Familienangehörigen innerhalb der AfD erreicht Niedersachsen. Einem Bericht des Nachrichtenportals „t-online“ zufolge arbeitet die Ehefrau des Landesvorsitzenden Ansgar Schledde (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article698ca58e214ef648aed0674b/afd-niedersachsen-wehrt-sich-gegen-parteiinterne-vorwuerfe.html) in einem Büro eines AfD-Bundestagsabgeordneten. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein Sprecher der AfD Niedersachsen, man weise den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück. Weiter werde man die Sache nicht kommentieren. Auch die AfD-Landtagsfraktion äußere sich nicht zu Personalangelegenheiten. Dem „t-online“-Bericht zufolge ist Schleddes Ehepartnerin beim niedersächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Danny Meiners angestellt. Sowohl Schledde als auch Meiners hätten die Anstellung in Meiners Bundestagsbüro bestätigt. „Die Mitarbeiterin wurde zu Beginn der Legislatur nach einem normalen Bewerbungs- und Auswahlverfahren ausschließlich aufgrund ihrer fachlichen Eignung eingestellt“, teilte Meiners auch auf dpa-Anfrage mit. „Die Einstellung erfolgte gemäß allen rechtlichen Vorgaben.“ Weiter heißt es in dem „t-online“-Bericht, Schledde habe mitgeteilt, dass das Anstellungsverhältnis seiner Ehefrau im Bundestag „rechtlich einwandfrei“ sei und dass es keine sogenannten Über-Kreuz-Beschäftigungen gebe. Schledde schließe damit aus, dass er im Gegenzug in seinem Büro Angehörige von Meiners beschäftigt. Zuletzt waren auch in anderen Bundesländern Fälle bekanntgeworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69909f4b4dbaca505252813d/umfrage-vorwurf-vetternwirtschaft-mehrheit-haelt-anstellung-von-verwandten-in-der-afd-fuer-problematisch.html) an anderer Stelle für die AfD arbeiten. Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hatte mit Blick auf die Debatte gesagt, es handle sich zwar um Verträge, die rechtskräftig und nicht zu beanstanden seien. Aber: „Ein Geschmäckle hat's.“ Chrupalla selbst beschäftigt nach eigenen Angaben in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert.