Welt 25.11.2025
20:26 Uhr

„Ganze Glaubensgemeinschaft verspottet“ – Australische Senatorin wegen Burka-Auftritts suspendiert


Die Chefin und Gründerin der rechten „One-Nation“-Partei will den islamischen Ganzkörperschleier verbieten. Um ihrem Anliegen Ausdruck zu verleihen, erschien sie in Burka im australischen Oberhaus – es gebe „keine Kleiderordnung im Parlament“.

„Ganze Glaubensgemeinschaft verspottet“ – Australische Senatorin wegen Burka-Auftritts suspendiert

Weil sie mit einer Burka bekleidet im australischen Oberhaus aufgetreten ist, hat der Senat die rechte Politikerin Pauline Hanson suspendiert. Die Chefin und Gründerin der „One-Nation“-Partei hatte die Kammer am Montag mit dem Ganzkörperschleier betreten, der in einigen islamischen Ländern von Frauen getragen wird. Einige Senatoren zeigten sich daraufhin schockiert, andere verärgert. Die Senatssitzung wurde vorerst ausgesetzt. Heute wurde Hanson offiziell für ihren Auftritt gerügt und für sieben Sitzungstage vom Senat suspendiert. Außenministerin Penny Wong von der regierenden Labor-Partei kritisierte, Hanson habe mit der Aktion „eine ganze Glaubensgemeinschaft verspottet und diffamiert“. Rechtspolitikerin für Burka-Verbot Hanson beklagte unterdessen bei einer Pressekonferenz, ihre Kollegen seien Heuchler. „Es gibt keine Kleiderordnung im Parlament.“ Dennoch dürfe sie keine Burka tragen. Die Rechtspolitikerin beklagte weiter, sie habe ihren Gesetzesvorschlag zu einem Burka-Verbot nicht einbringen dürfen. „Ich stehe zu meiner Überzeugung und werde dies auch weiterhin tun“, sagte Hanson in Canberra. Der Senat hatte zuvor einen Gesetzesentwurf der Politikerin zum Burka-Verbot abgelehnt. Hanson setzt sich seit Jahren für ein landesweites Burka-Verbot ein. Sie war bereits 2017 im Ganzkörperschleier im Senat erschienen. Laut der Volkszählung von 2021 leben in Australien rund 813.000 Muslime. Das entspricht etwa 3,2 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 25,4 Millionen Menschen.