Welt 15.02.2026
01:34 Uhr

Furcht vor Rache nach Gewalt-Tod von jungem Rechtsextremen in Frankreich – Macron ruft zu „Ruhe“ auf


In Frankreich erlag ein Aktivist der rechtsextremen Identitären Bewegung seinen Verletzungen nach einem brutalen Angriff durch Linksextreme. Nun gibt es Angst vor einer Eskalation der Lage durch einen Racheakt. Der französische Präsident appelliert daher an die Bevölkerung.

Furcht vor Rache nach Gewalt-Tod von jungem Rechtsextremen in Frankreich – Macron ruft zu „Ruhe“ auf

Der gewaltsame Tod eines jungen Rechtsextremen in der französischen Stadt Lyon hat Befürchtungen vor möglichen Racheakten geschürt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron rief am Samstag zu „Ruhe, Zurückhaltung und Respekt“ auf. In Frankreich könne „keine Ideologie jemals rechtfertigen, dass man tötet“, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst X. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der 23-jährige Quentin, dessen Nachname nicht öffentlich gemacht wurde, war am Donnerstag am Rande von Protesten gegen einen Auftritt der linken Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon brutal attackiert worden. Der Student und Angehörige der Identitäten Bewegung erlag am Samstag in einem Krankenhaus der französischen Großstadt seinen schweren Verletzungen, wie die Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Nach Angaben des identitären Kollektivs Némésis war Quentin Teil des Ordnungsdienstes, der für die Sicherheit der Anti-Hassan-Demonstranten sorgen sollte. Er und andere Identitäre (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article698b5c579501f81648ced6a6/nach-entscheidung-der-afd-spitze-friedliche-protestgruppe-afd-fraktion-in-brandenburg-verteidigt-identitaere-bewegung.html) wurden demnach von Antifa-Aktivisten attackiert. Der französische Fernsehsender TF1 zeigte am Samstagabend ein Video, das die Tat zeigen soll. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie drei Männer von einer Gruppe von Angreifern zusammengeschlagen werden. Le Pen: „Lynchmord“ durch „Barbaren“ Der Anwalt von Quentins Familie sprach von einem „Hinterhalt“, der „methodisch vorbereitet“ worden sei. Die Angreifer seien „organisiert und trainiert“ gewesen. Die Familie des Toten rief zu „Ruhe und Zurückhaltung“ auf. Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach am Samstag von einem „Lynchmord“. Die verantwortlichen „Barbaren“ müssten mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden. Auch zahlreiche andere französische Politiker äußerten sich zu dem Vorfall.