Welt 27.11.2025
16:38 Uhr

Fritz-Kola zieht Konsequenzen – Verbandsaustritt wegen AfD-Öffnung


Der Austritt von Fritz-Kola aus dem Verband der Familienunternehmer sorgt für Diskussionen. Grund für den Schritt des Getränkeherstellers ist die Öffnung des Verbands für Gespräche mit der AfD. Auch die Hamburger AfD mischt sich ein.

Fritz-Kola zieht Konsequenzen – Verbandsaustritt wegen AfD-Öffnung

Die Entscheidung des Verbands der Familienunternehmer, den Dialog mit der AfD zuzulassen, hat nun auch in Hamburg Folgen: Getränkehersteller Fritz-Kola tritt aus dem Verband aus. Grund dafür sei dessen Öffnung für Gespräche mit der AfD, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Eine offene, demokratische Gesellschaft bildet für uns die Grundlage wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handelns. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Mitgliedschaft im Verband beendet.“ Fritz-Kola werde neue Wege suchen, um weiterhin mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern im Austausch zu bleiben und als wirtschaftlicher Akteur präsent zu sein. Zuvor hatten bereits die Drogeriemarktkette Rossmann und der Hausgerätehersteller Vorwerk die Mitgliedschaft gekündigt. Der Verband hatte im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem „Handelsblatt“, das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden. Der Verband verteidigte seinen Kurs. Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, deren Positionen zu akzeptieren, sagte Ostermann. Zugleich wolle man keine Regierung mit AfD-Beteiligung, denn deren Weltbild passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands. Die Interessenvertretung hatte in dieser Woche zudem eine Stellungnahme veröffentlicht. Die Hoffnung, man könne ein Viertel der bundesdeutschen Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr bewegen, sei nicht aufgegangen, sagte Präsidentin Ostermann. „Jetzt hilft nur noch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, jenseits von schlichten Kategorisierungen in Gut und Böse.“ Die Hamburger AfD stehe für Gespräche jederzeit bereit, ließ die Bürgerschaftsfraktion am Nachmittag mitteilen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Marco Schulz, erklärte, Demokratie lebe vom Dialog: „Demokratie funktioniert nur miteinander – wer Andersdenkende ausgrenzt, beschreitet einen gefährlichen Weg.“ Schulz betonte, die AfD sei als größte Oppositionsfraktion im Bundestag und als konservative Kraft in fast allen Parlamenten „eine fest verankerte Volkspartei“. Fritz-Kola und Co. könnten die Realität gerne verweigern, aber die AfD werde von Millionen Bürgern gewählt.