Nach dem verheerenden Silvesternacht-Brand in einer Bar in Crans-Montana hat das zuständige Schweizer Gericht nun auch Auflagen gegen die Frau des Barbetreibers verhängt. Die Französin Jessica Moretti darf die Schweiz nicht verlassen, muss ihren Pass und Ausweispapiere hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden, wie das Zwangsmaßnahmengericht in Sitten (Sion) mitteilt. Sie soll zudem eine Kaution hinterlegen, deren Höhe noch festgelegt werden müsse. Ihr Mann, Jacques Moretti, ist in Untersuchungshaft. Anders als bei ihm hatte die Staatsanwaltschaft im Fall Jessica Moretti keine Untersuchungshaft beantragt, wie das Gericht schreibt. Auch Jacques Moretti kann nach Angaben des Gerichts gegen die Hinterlegung angemessener Sicherheiten wieder auf freien Fuß kommen. Die Anwälte des Paares betonen stets, dass beide keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen. Bei dem Brand in der Silvesternacht (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69663f0ed57b0276d945bd9d/crans-montana-empoerung-ueber-karikatur-zu-toedlichem-brand-in-der-schweiz-italien-plant-nebenklage.html) waren in der Bar „Le Constellation“ 40 überwiegend sehr junge Menschen ums Leben gekommen. 116 wurden verletzt, rund 80 befinden sind mit überwiegend schweren Verbrennungen noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland. Gericht begründete die Untersuchungshaft mit Fluchtgefahr Ein Gericht bestätigte am Montag die Untersuchungshaft für Jacques Moretti. Wie das zuständige Gericht im Kanton Wallis mitteilte, gilt die Entscheidung zunächst für drei Monate. Nach einer mehr als sechsstündigen Befragung hatte die Staatsanwaltschaft im Wallis am Freitag entschieden, den Barbetreiber in Gewahrsam zu nehmen, und dies unter anderem mit Fluchtgefahr begründet. Jessica Moretti hingegen blieb auf freiem Fuß. Jacques Moretti hatte Medienberichten zufolge bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft angegeben, dass eine „Servicetür“ der Bar während der Silvester-Party von innen verschlossen gewesen sei. Er habe diese Tür nach dem Brand von außen aufgebrochen, weil sie „von innen verriegelt“ gewesen sei. An der Tür, die „nicht als Notausgang gekennzeichnet“ gewesen sei, hätten mehrere Menschen reglos gelegen. Die Ermittler vermuten, dass die Katastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen. Moretti gab den Berichten zufolge an, den schalldämpfenden Schaum an der Decke selbst in einem Baumarkt gekauft und installiert zu haben.