Welt 28.12.2025
11:14 Uhr

Französischer Filmstar Brigitte Bardot mit 91 Jahren gestorben


Die französische Film-Ikone Brigitte Bardot ist tot. Die frühere Schauspielerin sei im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez gestorben, teilte ihre Stiftung am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit.

Französischer Filmstar Brigitte Bardot mit 91 Jahren gestorben

Die französische Schauspielerin Brigitte Bardot, die in den 1960er Jahren als Sexsymbol gefeiert wurde, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Bruno Jacquelin von der Brigitte-Bardot-Stiftung für Tierschutz teilte der Nachrichtenagentur AP mit, dass Bardot am Sonntag zu Hause in Südfrankreich verstorben sei. Er machte keine Angaben zur Todesursache. Bardot war im November in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bardot war mit dem Film „Und immer lockt das Weib“ unter der Regie ihres damaligen Mannes Roger Vadim aus dem Jahr 1956 zum internationalen Promi geworden. Der Film sorgte für einen Skandal, da er Szenen von Bardot enthielt, wie sie nackt auf Tischen tanzt. Mit ihren wilden blonden Haaren und ihrer kurvigen Figur wurde Bardot zu einem der bekanntesten Stars Frankreichs. 1969 diente sie als Modell für die französische Nationalfigur „Marianne“. Ihr Gesicht war auf Statuen, Briefmarken und Geldmünzen zu sehen. „Wir trauern um eine Legende“, teilte der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntag auf der Plattform X mit. Neben ihrer Schauspielkarriere ging Bardot auch dem Tierschutz nach. Sie reiste in die Arktis, um auf die Tötung von Jungrobben aufmerksam zu machen. Sie verurteilte die Nutzung von Tieren für Laborexperimente und lehnte es ab, dass Affen ins All geschickt werden. „Der Mensch ist ein nicht zu sättigendes Raubtier“, sagte Bardot der AP im Jahr 2007 anlässlich ihres 73. Geburtstags. „Mir ist mein bisheriger Ruhm egal. Das bedeutet nichts, wenn ein Tier leidet, weil es keine Macht hat, keine Worte, um sich zu verteidigen.“ 1985 bekam Bardot für ihren Einsatz für den Tierschutz die höchste Auszeichnung des französischen Staats, die Ehrenlegion. Doch in späteren Jahren brachte sie die öffentliche Meinung gegen sich auf, weil sie in ihrem Aktivismus sehr extremistische Töne anschlug, ihre politischen Einstellungen weit rechts waren und als rassistisch empfunden wurden. Bardot äußerte sich häufig gegen Einwanderung, wobei sich ihre Haltung vor allem gegen Musliminnen und Muslime richtete. In Frankreich wurde Bardot fünfmal wegen Anstiftung zu rassistisch motiviertem Hass verurteilt. Bardot kritisierte unter anderem die muslimische Praxis, zu religiösen Festen wie Eid al-Adha Schafe zu schlachten. 1992 heiratete die Schauspielerin ihren vierten Mann, Bernard d'Ormale, der einst den rechtsextremen Politiker Jean-Marie Le Pen beriet. Le Pen, der mehrmals wegen Rassismus verurteilt wurde, sei ein „liebenswürdiger, intelligenter Mann“, sagte Bardot. 2012 sorgte Bardot für eine Kontroverse, als sie in einem Schreiben die Präsidentschaftskandidatur von Le Pens Tochter Marie unterstützte. Diese würdigte Bardot am Sonntag als „außergewöhnliche Frau“, die „unglaublich französisch“ gewesen sei. 2018 warf Bardot Schauspielerinnen, die gegen sexuelle Belästigung in der Filmindustrie protestieren, Heuchelei vor. Die meisten der Frauen, die im Zuge der sogenannten #MeToo-Bewegung Vorwürfe äußerten, seien „lächerlich“, weil viele von ihnen mit Produzenten flirteten, um Rollen zu ergattern, sagte Bardot in einem Interview. Sie selbst sei nie Opfer von sexueller Belästigung geworden. Es habe ihr gefallen, wenn ihr gesagt worden sei, dass sie schön sei oder einen „schönen kleinen Hintern“ habe. Brigitte Anne-Marie Bardot kam am 28. September 1934 in einer wohlhabenden Familie zur Welt. Sie widmete sich als Kind dem klassischen Ballett. Eine Person aus dem Freundeskreis der Familie „entdeckte“ Bardot und half ihr, im Alter von 14 Jahren auf dem Cover des Magazins „Elle“ zu landen. Bardot beschrieb ihre Kindheit einst als schwierig. Ihr Vater sei streng gewesen und habe sie manchmal mit einer Pferdepeitsche bestraft. Bardot: Arbeit in der Filmbranche kann tödlich sein Über die Arbeit in der Filmbranche sagte Bardot: „Das war nie eine große Leidenschaft von mir. Und es kann manchmal tödlich sein. Marilyn (Monroe) starb daran.“ Ihre Affäre mit Schauspielkollege Jean-Louis Trintignant schockierte die Nation. Bardot wurde zum bevorzugten Kameraobjekt von Paparazzi. Die ständige Aufmerksamkeit der Medien machte Bardot für einen Suizidversuch verantwortlich, den sie zehn Monate nach der Geburt ihres Sohnes Nicolas unternahm. Fotografen waren zwei Wochen vor der Geburt in ihr Haus eingebrochen, um ein Foto der schwangeren Bardot zu machen. Bardot überließ die Erziehung ihres Sohnes dem Vater des Kindes, Schauspieler Jacques Charrier. Später erklärte sie, sie sei chronisch depressiv und nicht bereit für die Mutterrolle gewesen. „Ich suchte damals nach Wurzeln“, sagte sie in einem Interview. „Ich konnte keine anbieten.“ In ihrer Autobiografie „Initiales B.B.“ aus dem Jahr 1996 verglich Bardot ihre Schwangerschaft mit einem Tumor. Ihrem früheren Ehemann Charrier warf sie Missbrauch vor. Der deutsche Millionär und Playboy Gunter Sachs wurde ihr dritter Ehemann. Diesen heiratete Bardot 1966. Auch diese Beziehung endete mit einer Scheidung. Die Ehe hielt drei Jahre. Im Alter von 39 zog sich Bardot in ihre Villa in Saint-Tropez zurück. Zehn Jahre später meldete sie sich als Tierschützerin zurück. Nach jahrelangem starken Rauchen hatte sie jetzt eine tiefe Stimme und trug Falten im Gesicht. Um ihre Stiftung gegen Tierquälerei zu gründen, wandte sich Bardot vom Jetset-Leben ab und verkaufte Filmandenken und Schmuck. Bardot trat unter anderem für Wölfe, Kaninchen, kleine Katzen und Turteltauben ein. „Es stimmt, dass ich manchmal zu weit gehe, aber wenn ich sehe, wie langsam die Dinge vorankommen...übernimmt meine Verzweiflung“, sagte Bardot der AP auf eine Frage zu ihren Verurteilungen wegen rassistischen Hasses und ihrem Widerstand gegen das Schlachten von Tieren zu religiösen Zwecken. Weil Bardot gegen Einwanderer Stellung bezog, entfernten 1997 mehrere Städte Statuen der Marianne, die Bardot nachempfunden waren. Zudem gab es Todesdrohungen gegen die Berühmtheit, nachdem sie ein Verbot gegen den Verkauf von Pferdefleisch gefordert hatte. Bardot sagte einst, dass sie sich mit den Tieren identifiziere, für deren Schutz sie sich einsetze. „Ich kann gejagte Tiere verstehen, wegen der Art und Weise, wie ich behandelt wurde“, sagte sie. „Was mir passiert ist, war unmenschlich. Ich war ständig von der Weltpresse umgeben.“