Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat ein Massengrab aus der Pestzeit (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article239372383/Pest-im-Mittelalter-Wo-der-Schwarze-Tod-seinen-Ursprung-hatte.html) bei Erfurt gefunden. Das Team habe historische Quellen, geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen miteinander kombiniert, um das Massengrab zu identifizieren. Die Erkenntnisse entsprächen Hinweisen zu schriftlich überlieferten Pestgruben aus dem 14. Jahrhundert. Der Pestpandemie von 1346 bis 1353, bekannt als „Schwarzer Tod“, fiel den Angaben zufolge etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung zum Opfer. Elf Pestgruben mit 12.000 Toten entdeckt Laut Chroniken wurden um 1350 rund 12.000 Tote in elf großen Gruben außerhalb der Stadt Erfurt bestattet. Deren genaue Lage sei jedoch bislang unbekannt gewesen, hieß es. Analysen hätten die in den Bohrungen gefundenen menschlichen Überreste eindeutig auf das 14. Jahrhundert datiert. Endgültige Klarheit, ob es sich um eines der in den Chroniken beschriebenen Massengräber für Pesttote bei Erfurt handele, bestehe allerdings erst nach einer geplanten archäologischen Grabung. Präzise datierte Pest-Massengräber aus dem 14. Jahrhundert (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article6932d23bf4bf598c0697af3c/pest-im-mittelalter-gigantische-eruptionen-bereiteten-dem-groessten-massensterben-in-europa-den-weg.html) seien europaweit äußerst selten, weniger als zehn seien bisher bekannt. Die Studie des Leipziger Forschungsteams ist gerade in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLOS One“ publiziert worden. Die Pestepidemie des 14. Jahrhunderts gilt als eine der größten Katastrophen der europäischen Geschichte. Der sogenannte Schwarze Tod erreichte Europa vermutlich über Handelsrouten aus Zentralasien und breitete sich rasant aus. Innerhalb weniger Jahre starben schätzungsweise 25 bis 50 Millionen Menschen (verlinkt auf https://www.welt.de/geschichte/article236821283/Pest-Warum-starben-mancherorts-viel-weniger-an-der-Seuche.html) – etwa ein Drittel bis zur Hälfte der damaligen Bevölkerung. Die Krankheit trat in verschiedenen Formen auf, darunter als Beulen-, Lungen- und Blutpest. Sie führte in vielen Städten zu Massenbestattungen, da die regulären Friedhöfe die Zahl der Toten nicht mehr aufnehmen konnten. Die Pandemie hatte tiefgreifende soziale, wirtschaftliche und religiöse Folgen und prägte das europäische Leben über Generationen hinweg.