Auf der griechischen Insel Kreta sind mindestens acht Millionen Jahre alte Überreste eines Nashorns gefunden worden. Wie die griechische Nachrichtenagentur Ana am Dienstag berichtete, wurden ein versteinerter Schädel und weitere Fossilien eines Tiers der Art Dihoplus pikermiensis in Sitia im Nordosten Kretas gefunden. Die Fossilien waren bereits im März bei paläontologischen Untersuchungen in den Gebieten Magantze und Trapeza im Geopark von Sitia entdeckt worden. Ein Forscherteam brachte die Fundstücke anschließend zur Reinigung und Konservierung in ein Labor der Universität Patras. Dort stellte sich bei der Untersuchung heraus, dass der Schädel von einer zweihörnigen Nashornart stammte. Im Laufe der Zeit seien Teile des Schädels durch Erosion zerstört worden. Eine Hälfte sei jedoch gut erhalten geblieben. Darin fanden die Forscher auch drei Backenzähne aus dem linken Oberkiefer. So konnte die Tierart identifiziert werden. Dihoplus pikermiensis war ein massiges Nashorn mit zwei Hörnern, das vor rund acht bis achteinhalb Millionen Jahren im späten Miozän lebte. Die Art war Teil der sogenannten Pikermischen Fauna, einer damals in West-Eurasien verbreiteten Tierwelt. Die drei erhaltenen Backenzähne aus dem linken Oberkiefer könnten den Forschern auch Rückschlüsse auf Alter und Ernährung des Tiers ermöglichen. Der Geopark von Sitia gehört zum weltweiten Netzwerk der Unesco‑Geoparks. In dem Gebiet sind Spuren früheren Lebens aus einem Zeitraum von fast 300 Millionen Jahren erhalten.