Welt 04.07.2026
17:11 Uhr

Fifa unter Druck – WM-Trainer feiert mit Palästina-Fahne


Die Fifa verbietet politische Aktionen bei der Fußball-WM. Dagegen hat der ägyptische Trainer nun eindeutig verstoßen. Ein Video von seinem Jubel nach dem Sieg über Australien verbreitet sich wie ein Lauffeuer.

Fifa unter Druck – WM-Trainer feiert mit Palästina-Fahne

Der ägyptische Fußballnationaltrainer Hossam Hassan hat den Achtelfinaleinzug seines Teams mit einer palästinensischen Flagge bejubelt. Er widme den Sieg gegen Australien sowohl den Ägyptern als auch den Palästinensern, sagte Hassan nach dem 4:2 im Elfmeterschießen am Freitag: „Mein Herz und meine Seele sind bei ihnen. Möge Gott unsere palästinensischen Brüder und Schwestern beschützen.“ Ein Video von Hassan in den sozialen Medien zeigt ihn, wie er mit der Flagge in der Hand über den Platz läuft, während die Menschen „Free, free Palestine“ skandieren. Das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Wie die Fifa reagieren wird, blieb zunächst offen. Der Weltverband beantwortete eine Bitte um Stellungnahme zunächst nicht. Die Fifa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fifa/) hatte Zuschauern bei den Spielen der iranischen Mannschaft verboten, die Flagge des Landes aus der Zeit vor der islamischen Revolution zu zeigen. Auch sonst untersagt das Fifa-Reglement das Verbreiten von politischen und religiösen Botschaften im Rahmen der WM. Dagegen hat der ägyptische Trainer nun eindeutig verstoßen. Die „One Love“-Binde wurde von der Fifa verboten Während der Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Katar verbot die Fifa beispielsweise europäischen Mannschaften, Armbinden zur Unterstützung der „One Love“-Kampagne zu tragen, einer internationalen Initiative gegen Diskriminierung Homosexueller. Vor fast drei Jahren hatte sich die Lage im Nahen Osten wieder extrem zugespitzt. Am 7. Oktober 2023 hatten Terroristen der Hamas aus dem Gazastreifen heraus Israel überfallen, dabei mehr als 1100 Menschen ermordet und Hunderte als Geiseln in den Gazastreifen entführt. Israel griff daraufhin die Hamas im Gazastreifen an. Mehrere Zehntausend Menschen sollen dabei getötet worden sein, Gebäude und Infrastruktur sind weitgehend zerstört. Der Konflikt wird längst auch im Sport ausgetragen. So schwenkte der spanische Jungstar Lamine Yamal bei den Meisterfeiern des FC Barcelona eine palästinensische Flagge. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warf dem 18-Jährigen vor, er schüre Hass.