Welt 28.12.2025
16:38 Uhr

Feuerwehr baut Rampe an Münchner Eisbachwelle wieder ab – Surfer werfen frustriert hin


Zu Weihnachten war die verschwundene Eisbachwelle in München kurzzeitig wieder da. Dann rückte die Feuerwehr an. Nun bricht der Surfverein weitere Rettungsversuche ab. Der Vorwurf: Die Stadt wolle das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern.

Feuerwehr baut Rampe an Münchner Eisbachwelle wieder ab – Surfer werfen frustriert hin

Die Debatte um die Wiederherstellung der berühmten Eisbachwelle in München erreicht eine politische Dimension. Zuvor hat die Feuerwehr an Weihnachten eine illegal eingesetzte Rampe entfernt, die dafür gesorgt hatte, dass die seit Oktober verschwundene Welle im Eisbach im Englischen Garten zeitweise wieder da war. Dabei war ein Kran im Einsatz, alle eingebauten Vorrichtungen wurden entfernt. Surfer zeigten sich entsetzt von der Aktion, sprachen von einer „Kampfansage der Stadt an uns Surfer“. Weder vom Baureferat noch vom Presseamt der Stadt gab es zunächst eine Stellungnahme dazu. Vom Weihnachtswunder zum Jahresend-Zoff Der Konflikt mit der Stadt München hatte sich ausgerechnet an Weihnachten zugespitzt. Die Eisbach-Surfer hatten den offiziellen Versuch zur Rettung der Welle aus Frust über die Auflagen der Stadt abgebrochen. „Die Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern“, hieß es in einer Mitteilung des Vereins Surf Club München. Darin wird eine behördliche Auflagenpraxis kritisiert, „die faktisch auf Verhinderung angelegt ist“. So hätten die Surfer nach eigenen Angaben beispielsweise die Haftung und alle Kosten übernehmen und permanent in Rufbereitschaft sein müssen. Außerdem seien „technische Nachweise auf dem Niveau von Brücken- oder Staubauwerkerrichtungen“ verlangt worden. Die berühmte Welle im Eisbach war verschwunden, nachdem im Oktober nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden. Seitdem baute sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf. Warum dem so ist, ist nicht ganz klar. Seither wird diskutiert, wie sie wiederbelebt werden kann. Der nun abgebrochene, wissenschaftlich begleitete Versuch war mit der Stadtverwaltung abgestimmt. Die Interessengemeinschaft Surfen München (IGSM) schrieb nun aber auf Instagram: „Nachdem wir Anfangs noch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung betont haben, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet.“ Die Surfer sehen in den aus ihrer Sicht nicht erfüllbaren Auflagen für den offiziellen Rettungsversuch der Welle Ausdruck eines politischen Willens: „Die Verwaltung entscheidet hier nicht über ein konkretes Projekt, sondern über die Frage, wie viel Stadtleben noch gewollt ist“, schreiben sie. „Formal wird eine Genehmigung nicht ausgeschlossen. Faktisch wird sie unmöglich gemacht.“ Das sei „politisch bequem, aber demokratisch problematisch“, kritisieren die Surfer in ihrer Mitteilung und betonen: „Die Debatte ist damit nicht beendet. Sie wird jetzt politisch.“ Im April war eine 33-jährige Surferin im Eisbach tödlich verunglückt (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article690999390580923d099866a9/muenchen-wir-sind-ratlos-eisbachwelle-verschwunden-surfen-ploetzlich-unmoeglich.html) – damals habe die Dunkelheit die Rettungsarbeiten erschwert. Nach dem tödlichen Unfall, bei dem sich die Fangleine der Surferin im Untergrund des Eisbachs verhakt hatte, war die Eisbachwelle vorübergehend gesperrt worden. Ermittlungen zur Unfallursache brachten kein eindeutiges Ergebnis. Einige Wochen später wurde das Surfen wieder erlaubt. Doch dann verschwand die Welle nach den Baggerarbeiten.