Ein dreister Betrüger hat sich in Hamburg-Poppenbüttel als Polizeibeamter ausgegeben und eine 81-jährige Frau in ihrem eigenen Zuhause beraubt. Wie die Polizei mitteilt, kam es am Mittwochvormittag gegen 10.30 Uhr in der Straße Langenstücken zu der Tat. Der Mann habe sich unter dem Vorwand, im Auftrag der Polizei zu handeln, Zutritt zu dem Einfamilienhaus verschafft – und die Seniorin anschließend rabiat zur Seite gedrängt. Nach derzeitigen Erkenntnissen erhielt die Frau bereits zwei Tage zuvor einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Der Unbekannte schilderte eine erfundene Lage: In ihrem Wohnumfeld sei ein Einbrecher festgenommen worden, dabei habe man Hinweise gewonnen, dass auch die 81-Jährige im Fokus von Mittätern stehe. Ausgerechnet deshalb müsse die Polizei ihre Wertsachen „sichern“. Der Täter kündigte zugleich an, dass ein Kollege die Besitztümer zeitnah abholen werde. Kurze Zeit später erschien dann tatsächlich ein Mann an der Haustür der Seniorin. Die Frau öffnete – doch der angekündigte Abholer setzte nicht auf Überredung, sondern auf Gewalt: Er drückte die ältere Dame unvermittelt mit Kraft zur Seite, sodass sie zu Boden fiel. Anschließend durchsuchte der Tatverdächtige die Räume des Hauses. Auch dabei drängte er die gehbeeinträchtigte Frau laut Polizei ein weiteres Mal zur Seite. Nach der Tat verließ der Mann das Wohnhaus in unbekannte Richtung. Beschrieben wird er als dunkel gekleidet, etwa 20 Jahre alt, mit deutschem oder mitteleuropäischem Erscheinungsbild und circa 1,80 Meter groß. Außerdem trug der Täter nach Angaben des Opfers eine beige Mütze. Brisant: Die Seniorin blieb zwar unverletzt – bemerkte den eigentlichen Schaden aber erst am Folgetag. Dann fiel ihr auf, dass aus ihrem Tresor Schmuck sowie Sparbücher entwendet worden waren. Die Ermittlungen führt das zuständige Landeskriminalamt (LKA 43). Die Polizei bittet nun Zeuginnen und Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf den Täter geben können, sich beim Hinweistelefon der Polizei oder bei einer Polizeidienststelle zu melden. Polizei warnt vor Trickdiebstahl Zugleich warnt die Polizei erneut vor dem weit verbreiteten Trick der „falschen Polizeibeamten“. Immer wieder würden Täter am Telefon Notlagen vortäuschen, angebliche Ermittlungen schildern und Opfer unter Druck setzen – häufig verbunden mit der Forderung, Bargeld oder Wertgegenstände zu übergeben. Entscheidend sei: Wer am Telefon aufgefordert werde, Geld oder Wertsachen an Fremde zu übergeben und darüber zu schweigen, habe es mit Betrügern zu tun. Die Polizei betont: Sie fragt niemals telefonisch nach Art, Umfang oder Aufbewahrungsort von Vermögen. Sie fordert auch niemals zur Übergabe oder zum Hinterlegen von Vermögenswerten an öffentlichen Orten auf. Und sie setzt niemanden unter dem Vorwand unter Druck, Ermittlungsbehörden unterstützen zu müssen. Den Menschen rät die Polizei: Auf das Bauchgefühl hören, angebliche Angaben überprüfen, bei Verdacht sofort auflegen und selbst unter der 110 oder über bekannte Nummern zurückrufen. Außerdem sollten Wertsachen niemals an fremde Personen übergeben werden – und Unbekannte nie unbeaufsichtigt in der Wohnung oder im Haus sein.