Nach Ansicht des Komikers, Schauspielers und Autors Hape Kerkeling muss die Gesellschaft sich mehr auf Kompromisse besinnen. Das sagte der 61-Jährige im Interview der „Apotheken-Umschau“. „Unsere Gesellschaft läuft Gefahr, dass jeder seine Meinung als absolut durchsetzen will. Es laufen zu viele kleine Trumps herum.“ Jeder Mensch habe charakterliche Schwächen, führte der Entertainer aus. „Wir sehen sie nicht bei uns selbst oder wollen sie nicht sehen, und manchmal verschaffen sie sich Raum.“ Das zeige auch der neue Film „Extrawurst“, in dem Kerkeling den Besitzer eines Tennisclubs spielt. „Wir sollten uns auf die Bearbeitung der eigenen Schwächen konzentrieren. Deswegen ist diese Selbstbeobachtung so wichtig: Wo irre ich möglicherweise? Im Moment irren mehr Menschen, als sie recht haben.“ Auf die Frage, wie es ihm damit gehe, dass einmal 18 Prozent der Deutschen angegeben haben, dass sie eine Horst-Schlämmer-Partei wählen würden, entgegnete Kerkeling: „Ich dachte, das sei aus Jux geantwortet. Bis mich der damalige Bundespräsident Horst Köhler bat, zum Gespräch zu kommen. Er fragte: ,Ist Ihnen klar, was Sie damit losgetreten haben? Sie haben die Blaupause geliefert für so manchen Trittbrettfahrer, der jetzt aufs Tableau kommt.‘“ Das habe er, Kerkeling, für eine Übertreibung gehalten: „Dann kam das Bündnis Sahra Wagenknecht.“ Schon zuvor hatte sich Kerkeling zu Trump geäußert. „Wissen Sie, ich habe Frau Merkel immer gerne parodiert“, sagte Kerkeling auf eine entsprechende Frage des „Spiegel“. „Die hatte auch Seiten, wo man dachte: Du lieber Himmel! Aber eigentlich mochte ich die.“ Und das gehöre zu einer solchen Parodie. „Es muss auch immer etwas Liebenswürdiges an der Figur sein, in die Sie schlüpfen wollen. Sonst macht das keinen Spaß. Bei Trump sehe ich das nicht.“ Kerkelings gesellschaftskritische Komödie „Extrawurst“ läuft ab Januar mit Christoph Maria Herbst im Kino. Der Film von Regisseur Marcus H. Rosenmüller dreht sich um Mitglieder eines Tennisclubs in der deutschen Provinz und die Debatte, ob ein separater Grill für gläubige Muslime angeschafft werden muss, die Schweinefleisch meiden. Dies stellt den Verein vor eine Zerreißprobe. Er spiele den „kleingeistigen, korrupten und nicht ganz so schlauen“ Vorsitzenden des Vereins, so Kerkeling.