Ein schwerer Brand hat in der Nacht zum Mittwoch eine Lagerhalle eines Bestattungsunternehmens in Bredstedt im Kreis Nordfriesland zerstört – und damit ausgerechnet den Gebäudeteil, in dem auch Leichname aufgebahrt waren. Für die Einsatzkräfte begann ein stundenlanger, belastender Einsatz. Feuerwehr und Polizei waren nach Angaben einer Sprecherin bereits gegen 3 Uhr am frühen Morgen alarmiert worden. Als die ersten Kräfte eintrafen, standen die Halle sowie ein davor abgestellter Wagen lichterloh in Flammen. In dem zerstörten Gebäudeteil befand sich auch die Leichenhalle des Unternehmens. „Es ist korrekt, dass sich in der Halle auch Leichname befunden haben“, sagte Jan Krüger, Sprecher der Polizeidirektion Flensburg. Die genaue Zahl werde aus Pietätsgründen nicht genannt, sie liege „im einstelligen Bereich“. Auch weitere Details zum Zustand oder zur vorgesehenen Überführung der Verstorbenen wurden zunächst nicht bekannt. Die Löscharbeiten an der Halle dauerten bis in den Vormittag hinein. Die Feuerwehren aus Bredstedt, Bordelum und Breklum verhinderten, dass sich das Feuer auf den angrenzenden Bürokomplex ausbreitete. Verletzt wurde niemand. An Brandstiftung glauben die Ermittler aktuell nicht Zur Ursache gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Nach ersten Einschätzungen deutet manches auf einen technischen Defekt hin, bestätigt ist das jedoch nicht. „Bislang gibt es keine neuen Erkenntnisse zur Ursache. Es liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor“, so Krüger. Die Kriminalpolizeistelle Husum hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden wird auf einen mittleren sechsstelligen Bereich geschätzt. Für Angehörige, die auf die Beisetzung ihrer Verstorbenen gewartet haben, dürfte der Brand eine belastende Nachricht sein – zumal möglicherweise geplante traditionelle Sargbeisetzungen nun nicht wie vorgesehen stattfinden können.