Mit einem sensationellen Sprint auf der Zielgeraden hat Coletta Rydzek im Teamsprint mit Laura Gimmler die olympische Bronzemedaille erkämpft. Ganz vorn liefen die Schwedinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist zum Sieg vor dem Schweizer Duo Nadja Kälin und Nadine Fähndrich. Knapp sechs Sekunden dahinter entbrannte das Duell um Platz drei zwischen Rydzek und der Norwegerin Julie Bjervig Drivenes – hinter dem Zielstrich stand Gimmler und fieberte mit. Einige 100 Meter zuvor hatte die sprintstarke Oberstdorferin Rydzek scheinbar Probleme gehabt, jetzt aber mobilisierte sie ihre letzten Kräfte und setzte sich mit der Winzigkeit von 14 Hundertstelsekunden durch. Gimmler rannte auf ihre Teamkollegin zu, die völlig erschöpft in den Schnee fiel. „Ich habe am Ende gedacht, dass ich alles raushauen muss. Es ist unser Traum – und er war so nah“, sagte Rydzek kurz danach im ZDF. „Ich habe kurz heute gar nicht dran geglaubt, es war alles andere als perfekt. Aber wie jemand Weises sagt: Es muss nicht perfekt sein, es muss nur passen.“ Für die 32 Jahre alte Gimmler und die vier Jahre jüngere Rydzek ist es die erste Olympiamedaille ihrer Karriere. Die beiden sicherten dem deutschen Skilanglauf-Team damit auch die ersehnte erste Medaille bei den Winterspielen von Italien. Vor vier Jahren in China hatten Katharina Hennig Dotzler (damals noch Hennig) und Victoria Carl im Teamsprint sensationell Gold (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/olympia/article236935305/Olympia-2022-ARD-Kommentator-rastet-komplett-aus-Ekstase-beim-Skilanglauf-Gold.html) gewonnen – dabei laufen die zwei Athletinnen pro Team im Wechsel. Jede Sportlerin absolviert drei Runden, die jeweils 1,5 Kilometer lang sind. Gimmler: „Wie ein Ehering – es verbindet uns für immer“ „Es war ein ganz toller Tag bis hierher. Ich habe zu Coletta vor dem Start gesagt, dass wir gerade unseren Traum leben. Es fühlt sich toll an. Es war ein Kampf – und jetzt gerade fällt alles ab“, sagte Gimmler. „Ich habe zu Coletta gesagt: Es ist wie ein Ehering, es verbindet uns für immer.“ Rydzek war vor dem Start extrem nervös gewesen. Ein Überraschungsbesuch von Freund Simon Jocher aus dem deutschen Alpin-Team half etwas, wie sie berichtete: Vor dem Rennen habe sie „kurz zwei Minuten in seinen Armen Vollgas geheult“. Vielleicht gibt die Medaille ja auch Bruder Johannes Rydzek Auftrieb, der seine Schwester an der Strecke anfeuerte, sie im Ziel in die Arme schloss und Tränen der Freude vergoss. „Als Coletta an der Gruppe dran war, habe ich gedacht: Das reicht. Ich weiß, wie schnell sie auf der Zielgeraden ist“, sagte der Kombinierer. „Das war sehr emotional. Es sind einige Tränen geflossen.“ Der 34-Jährige will am Donnerstag im Teamsprint mit Vinzenz Geiger ein Debakel der Nordischen Kombinierer verhindern. Bislang waren die Deutschen in den Einzelwettbewerben in Italien überraschend leer ausgegangen.