In Schleswig-Holstein hat Glätte in der Nacht zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Nach Angaben der Polizeileitstellen wurden landesweit insgesamt 90 Glätteunfälle gemeldet. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden, Verletzte gab es demnach kaum. Auf der A1 musste in der Nacht ein Lastwagen geborgen werden. Der Lkw war zwischen den Anschlussstellen Bad Oldesloe und Bargteheide auf glatter Fahrbahn ins Rutschen geraten, kam zum Stehen und blockierte anschließend den mittleren sowie den rechten Fahrstreifen. Die Autobahn war in diesem Bereich zwischen etwa 2.00 und 4.00 Uhr gesperrt. Auch auf der A7 in Richtung Norden kam es zu einem Unfall. In Höhe Schuby kollidierten drei Fahrzeuge miteinander. Nach bisherigen Erkenntnissen rutschte ein Pkw aufgrund von Glätte und offenbar überhöhter Geschwindigkeit gegen die Mittelschutzleitplanke und prallte anschließend mit zwei weiteren Fahrzeugen zusammen. Ein Mensch wurde leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die Unfallstelle war zwischen 22.15 Uhr und Mitternacht gesperrt. Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Polizei und Rettungsdienste appellierten erneut an Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen. 360 Fahrzeuge der Stadtreinigung im Einsatz Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist nach dem Wintereinbruch weiter im Großeinsatz. Seit den frühen Morgenstunden sind nach Angaben der SRH rund 728 Einsatzkräfte mit etwa 360 Fahrzeugen unterwegs, um Hauptverkehrsstraßen, Busstrecken, ausgewählte Radwege, Bushaltestellen und Fußgängerüberwege zu räumen und zu streuen. Nötig sei dies wegen überfrierender Nässe, einer nassen Schneedecke sowie weiterem erwarteten Niederschlag. Größere Glätteunfälle hat es in Hamburg in der Nacht nach Angaben der Polizei dennoch nicht gegeben. „Es gab lediglich ein paar Blechschäden. Da sprechen wir eher von Unfällen mit überhöhter Geschwindigkeit“, sagte ein Polizeisprecher des Lagedienstes am Morgen. Dass es draußen glatt sei, sollte mittlerweile allen Verkehrsteilnehmenden bekannt sein. Der Sprecher appellierte erneut zu besonderer Vorsicht im Straßenverkehr. Trotz des umfangreichen Winterdiensteinsatzes bestehe weiterhin Glättegefahr, teilte die Stadtreinigung mit. Verkehrsteilnehmende sollten ihre Fahrweise entsprechend anpassen. Zugleich erinnerte die SRH daran, dass Anlieger für das Räumen und Streuen der Gehwege vor ihren Grundstücken verantwortlich sind. Auf Gehwegen dürfen keine Tausalze, sondern nur abstumpfende Mittel verwendet werden. Schnee und Glätte bis zur Wochenmitte In der Nacht hatte es in vielen Teilen Norddeutschlands erneut kräftig geschneit, besonders betroffen waren Hamburg und der Süden Schleswig-Holsteins. „Hamburg hat sozusagen einen Vorsprung vor Schleswig-Holstein, was die Schneemassen angeht – und das wird erst einmal so bleiben“, sagte Leonard Benedikt, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des DWD ist mindestens bis zur Wochenmitte mit Schnee und Frost zu rechnen. Länger anhaltende Frostphasen seien inzwischen eher ungewöhnlich. Auch der Wetterdienst rief Autofahrer dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren und jede Fahrt sorgfältig zu prüfen.