Welt 12.12.2025
13:14 Uhr

Erlösung nach langer Zeit – 31-jähriger Deutscher erstmals auf dem Podest


Sieben Jahre muss Biathlet Philipp Horn warten, bis er endlich dieses Gefühl genießen kann. In Hochfilzen erklimmt der deutsche Routinier erstmals ein Weltcup-Podium. Seine eigentliche Schwäche wird in diesem Rennen zur Stärke.

Erlösung nach langer Zeit – 31-jähriger Deutscher erstmals auf dem Podest

Philipp Horn hat mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere für das erhoffte Ausrufezeichen des deutschen Biathlon (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/wintersport/article692d716ceb716dafb494b810/biathlon-gewehr-der-teamkollegin-manipuliert-naechster-skandal-erschuettert-franzoesinnen.html) -Teams gesorgt. Der 31-Jährige wurde im Sprint von Hochfilzen Dritter und bescherte den DSV-Skijägern das erste Erfolgserlebnis im Olympia-Winter. Zum Auftakt des zweiten Weltcup-Wochenendes in Österreich musste sich der Thüringer nur Tommaso Giacomel aus Italien und Eric Perrot aus Frankreich geschlagen geben. Nach zehn Kilometern hatte Horn nur sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger, zu Perrot fehlten dem laufstarken Horn lediglich zwei Sekunden. Das Trio war fehlerfrei geblieben. Horn war der Einzige des deutschen Sextetts, der alle zehn Scheiben abräumte. Damit hat der Thüringer vielversprechende Aussichten für die Verfolgung am Samstag (12 Uhr/ARD und Eurosport). „Das war für mich das perfekte Rennen, einfach genial“, sagte Horn. Er sorgte zudem für das erste Podium des deutschen Teams in dieser Saison überhaupt: „Ich bin früher immer sehr schnell frustriert gewesen, wenn was nicht geklappt hat. Der Schlüssel zum Erfolg liegt am Schießstand, da bin ich etwas ruhiger geworden.“ Horn gehört seit 2018 zum Weltcupteam des DSV und gilt als sehr stark in der Loipe, seine Leistungen am Schießstand waren hingegen zu oft mangelhaft. Die Fertigkeiten mit dem Gewehr stabilisierten sich aber zuletzt, wie die fehlerfreie Leistung am Freitag unterstreicht. Preuß und Grotian fallen wegen Corona aus Seine bislang größten Erfolge feierte Horn vorwiegend in den deutschen Staffeln mit Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften 2020 in Antholz und 2025 in Lenzerheide. Hinzu kommen frühe Gesamtsiege im Deutschlandpokal und Alpencup sowie mehrere Medaillen bei der im Biathlon zweitklassig besetzten EM. Seine bislang beste Einzelplatzierung im Weltcup war 2020 ein sechster Platz im Massenstart von Oberhof. Auch die deutschen Frauen (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/wintersport/article692af74e083002b549fa70b4/biathlon-deutsche-staffel-erlebt-zum-auftakt-in-die-olympiasaison-ein-debakel.html) legten Hochfilzen ein gutes Rennen hin. Vanessa Voigt und Anna Weidel haben die Olympia-Norm geknackt. Beim Sieg der Französin Lou Jeanmonnot lief die fehlerfrei schießende Voigt als beste Deutsche auf Rang sieben (+ 37,7 Sekunden). Auch Weidel traf alle zehn Scheiben und hatte nach 7,5 Kilometern als Achte 42 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Zweite wurde die Norwegerin Maren Kirkeeide (1 Fehler/+ 15,3 Sekunden) vor Anna Magnusson aus Schweden (0/+ 16,1 Sekunden).