Eric Dane wusste, dass dieses Gespräch erst ausgestrahlt würde, wenn er nicht mehr leben würde: Im November 2025 zeichnete der Schauspieler („Grey's Anatomy“) mit Produzent Brad Falchuk die Sendung „Famous Last Words“ auf – ein vertrauliches Interview, das posthum von Netflix veröffentlicht werden sollte (verlinkt auf https://www.netflix.com/tudum/articles/eric-dane-famous-last-words-documentary) . Im April 2025 hatte Dane mitgeteilt, an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS erkrankt zu sein. Er wurde nur 53 Jahre alt. Der Schauspieler spricht in dem Interview offen über seine ALS-Erkrankung – und richtete bewegende Abschiedsworte an seine beiden Töchter. Als Star habe er Selbstbewusstsein und Charisma ausgestrahlt, sagte Dane in dem Interview und man merkt dabei, wie sehr die Krankheit bereits Besitz von seinem Körper genommen hat. Die Worte kommen schleppend und manchmal undeutlich, man sieht, wie viel Anstrengung es kostet. Privat aber sei er „ein Schelm“, „einsam“, „distanziert“, zugleich „widerstandsfähig und beharrlich, sensibel und empathisch“, ein „guter Vater“ – und jemand, der seine Familie und die Schauspielerei liebe. „Ich kann mich in einem überfüllten Raum einsam fühlen“, gestand er. Trotz der Diagnose ALS, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung, die die Muskelkontrolle zerstört, beschrieb er seinen inneren Zustand erstaunlich klar: „Es gibt keinen Grund für mich, in irgendeinem einzelnen Moment glücklich zu sein, aber ich bin es.“ Am Ende des Interviews verließ Falchuk die Bühne und überließ Dane allein die Kamera. Denn der Schauspieler wollte direkt zu seinen Töchtern Billie und Georgia sprechen. „Ich habe es versucht. Ich bin manchmal gestolpert, aber ich habe es versucht“, sagt er. „Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit, oder?“ Er erinnert sich an gemeinsame Tage am Strand in Santa Monica, Hawaii und Mexiko. „Diese Tage waren – Wortspiel beabsichtigt – der Himmel.“ Dann formuliert er vier Lektionen, die er aus seiner Krankheit gelernt habe. Erste Lektion: „Lebt jetzt!“ „Ich möchte euch vier Dinge sagen, die ich durch diese Krankheit gelernt habe, und ich hoffe, ihr hört mir nicht nur zu. Ich hoffe, ihr verinnerlicht es. Erstens: Lebt im Jetzt.“ Es sei schwer, aber er habe gelernt, das zu tun. „Jahrelang bin ich gedanklich umhergewandert, verloren in meinem Kopf, habe mich in Selbstmitleid, Scham und Zweifel gesuhlt.“ Er habe Entscheidungen immer wieder durchgespielt und sich selbst infrage gestellt. „Nicht mehr. Aus reinem Überlebensinstinkt bin ich gezwungen, in der Gegenwart zu bleiben. Aber ich will nirgendwo anders sein. Die Vergangenheit enthält Reue. Die Zukunft bleibt unbekannt. Also müsst ihr jetzt leben. Die Gegenwart ist alles, was ihr habt. Schätzt sie. Hegt jeden Moment.“ Zweite Lektion: „Verliebt Euch!“ „Nicht unbedingt in eine Person, obwohl ich das ebenfalls empfehle. Aber verliebt euch in etwas. Findet eure Leidenschaft, eure Freude. Findet das, was euch morgens aufstehen lässt, euch durch den ganzen Tag trägt. Ich habe mich zum ersten Mal in eurem Alter verliebt. Ich habe mich in die Schauspielerei verliebt. Diese Liebe hat mich schließlich durch meine dunkelsten Stunden, meine dunkelsten Tage, mein dunkelstes Jahr gebracht.“ Er liebe seine Arbeit noch immer, freue sich darauf. „Meine Arbeit definiert mich nicht, aber sie begeistert mich. Findet etwas, das euch begeistert. Findet euren Weg, euren Zweck, euren Traum. Und dann verfolgt ihn. Wirklich.“ Dritte Lektion: „Wählt eure Freunde weise!“ „Findet eure Menschen und lasst sie euch finden. Und dann gebt euch ihnen hin. Die Besten unter ihnen werden euch etwas zurückgeben. Kein Urteil, keine Bedingungen, keine Fragen. Ich bin so dankbar für meine sehr enge Familie und meine Freunde. Jeder Einzelne ist eingesprungen. Ich kann kleine Dinge nicht mehr tun, die ich früher getan habe.“ Er könne nicht ins Fitnessstudio gehen oder einen Kaffee holen. „Aber ich habe gelernt, Alternativen anzunehmen. Meine Freunde kommen zu mir, wir essen zusammen, schauen ein Spiel, hören Musik. Sie tun nichts Besonderes, sie tauchen einfach auf. Das ist entscheidend. Taucht einfach auf. Und liebt eure Freunde mit allem, was ihr habt. Haltet an ihnen fest. Sie werden euch unterhalten, führen, helfen, unterstützen — und manche werden euch retten.“ Vierte Lektion: „Kämpft!“ „Und Schließlich: Kämpft mit jeder Faser eures Seins — und mit Würde. Wenn ihr Herausforderungen gegenübersteht, gesundheitlichen oder anderen, kämpft. Gebt niemals auf. Kämpft bis zu eurem letzten Atemzug. Diese Krankheit nimmt mir langsam meinen Körper, aber sie wird niemals meinen Geist nehmen.“ Seine Töchter seien zwar unterschiedliche Menschen, aber „ihr seid beide stark und widerstandsfähig. Ihr habt die Widerstandskraft von mir geerbt. Das ist meine Superkraft. Ihr stoßt mich um, ich springe wieder auf, und ich komme immer wieder zurück. Ich stehe wieder auf, und wieder, und wieder.“ Wenn also etwas Unerwartetes passiere, dann „kämpft und stellt euch dem mit Ehrlichkeit, Integrität und Anmut, selbst wenn es sich unüberwindbar anfühlt.“ „Ich hoffe, ich habe gezeigt, dass man allem begegnen kann. Man kann dem Ende seiner Tage begegnen. Man kann der Hölle mit Würde begegnen. Kämpft, Mädchen, und haltet eure Köpfe hoch.“ Zum Schluss werden seine Worte leise. „Billie und Georgia, ihr seid mein Herz. Ihr seid mein Ein und Alles.“ Dann verabschiedet er sich: „Gute Nacht. Ich liebe euch. Das sind meine letzten Worte.“