US-Präsident Donald Trump hat die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Vorgehen der USA im Iran-Krieg deutlich zurückgewiesen. „Er weiß nicht, wovon er spricht“, erklärte Trump am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social (verlinkt auf https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116483733181582907) . Merz hatte zuvor mit Blick auf die Vereinigten Staaten gesagt, „da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“. „Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen besitzt. Er weiß nicht, wovon er spricht!“, schimpfte Trump in seinem Beitrag. Wenn der Iran Atomwaffen hätte, wäre die ganze Welt in Geiselhaft. „Ich tue jetzt etwas mit dem Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen“, so Trump. „Kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und auch sonst so schlecht geht!“ Merz (CDU) hatte sich zuvor „desillusioniert“ vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article69f0cdd269cd664016f8b0ec/krieg-in-nahost-im-zustand-des-zusammenbruchs-laut-trump-bettelt-iran-um-oeffnung-der-strasse-von-hormus.html) gezeigt. „Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert“, sagte er am Rande der Unions-Klausur in Berlin. Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des „Problems“ in wenigen Tagen sei nicht erfolgt. „Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen“, sagte Merz weiter. „Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann.“ Der Kanzler hatte sich bereits zuvor bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland mit deutlichen Worten zum Iran-Krieg geäußert und den USA fehlende Strategie vorgeworfen. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“, sagte er. Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, „weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“, sagte Merz. Friedrich Merz’ Amtsvorgänger Olaf Scholz reagierte gelassen auf den verbalen Angriff des US-Präsidenten gegen den Kanzler. „Ich bin davon überzeugt, dass die transatlantische Zusammenarbeit es aushält, dass wir unterschiedliche Sichten haben“, sagte der Ex-Bundeskanzler in New York. Differenzen müssten nicht dazu führen, dass man schlechter zusammenarbeite. Scholz wurde in der US-Ostküstenmetropole mit der Leo-Baeck-Medaille für Verdienste um das jüdische Leben ausgezeichnet.