Welt 22.09.2026
12:03 Uhr

„Er ist verantwortlich“ – Sammer attackiert Bierhoff nach Kritik an Nationalelf


Der ehemalige DFB-Sportdirektor Sammer gibt dem ehemaligen Nationalmannschafts-Direktor Bierhoff die Schuld daran, dass es zu wenige Anführer in der deutschen Auswahl gibt. Leistungssport sei kein Ponyhof.

„Er ist verantwortlich“ – Sammer attackiert Bierhoff nach Kritik an Nationalelf

Oliver Bierhoff hat kürzlich den Mangel an Persönlichkeiten und Charakteren in der Fußball-Nationalmannschaft kritisiert. Dafür attackiert Matthias Sammer jetzt den langjährigen (2004 bis 2022) Direktor der Nationalmannschaft und der Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In der Sky-Show „Sammer&Basile – Der Hagedorn Talk“ antwortet Sammer auf die Frage von Moderator Riccardo Basile, ob Bierhoff recht habe. Sammer, der von 2006 bis 2012 selbst Sportdirektor beim DFB (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dfb/) war: „Es ist nicht lange her, da hieß es auch von seiner Seite aus, wir brauchen in Deutschland flache Hierarchien. (...) Ich war immer ein Verfechter, dass es die Typen Leader, Teamplayer und Individualisten gibt, und wenn du die alle auch in der Argumentation gleich behandeln willst und auch in der Stellung, in der Kabine, auf dem Feld, dass die alle gleich sein sollen, dann brauchen wir uns doch heute nicht beschweren. Wir brauchen uns heute nicht zu beschweren, zu sagen, da fehlen uns ein paar Typen.“ Matthias Sammer: „Es muss auch mal scheppern“ Auf Basiles Nachfrage, ob Bierhoff dafür verantwortlich sei, sagt Sammer: „Natürlich ist er ein Stück weit dafür verantwortlich. (…) 2006 bin ich in den Verband gekommen und habe mir 2007 die Frage gestellt, hier stimmt etwas nicht. Nur das, nicht richtig oder falsch, nur das. Und dann haben mich die Leute gefragt, warum? Ich sage, wir sind alle gleich. Alle gleich. Die sagen mir alle … Guten Tag, Herr Sammer, die sind alle lieb und nett und ich denke, das ist schön, aber wir sind doch hier nicht auf dem Ponyhof. Also das ist Leistungssport, da geht es auch mal rau zu, da muss es auch im Training mal scheppern, da muss es in der Kabine mal scheppern.“ Sammer, der in seinen sechs Jahren als DFB-Sportdirektor offenbar nicht erfolgreich gegensteuern konnte, legt noch einmal nach: „Ich halte das für einen der kapitalsten Fehler, die je begangen wurden, von flachen Hierarchien im Leistungssport und in einer Mannschaft zu sprechen. Das ist eine Katastrophe.“