Welt 03.02.2026
10:05 Uhr

Epstein-Opfer beklagen Todesdrohungen – Fotos und Daten waren nicht geschwärzt


Nacktbilder, auf denen Gesichter zu erkennen sind, Personendaten, die nun im Internet kursieren: Anwälte mutmaßlicher Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werfen der US-Regierung schwere Versäumnisse bei der jüngsten Veröffentlichung von Ermittlungsakten in dem Fall vor.

Epstein-Opfer beklagen Todesdrohungen – Fotos und Daten waren nicht geschwärzt

Das US-Justizministerium hat nach eigenen Angaben Tausende Dokumente und Medien aus der jüngsten Veröffentlichung von Ermittlungsakten im Fall Epstein wieder zurückgezogen. Anwälte von fast 100 mutmaßlichen Opfern des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hatten bei einem Gericht in New York beanstandet, dass unzureichende Schwärzungen und lückenhafte Anonymisierungen das Leben ihrer Mandanten „auf den Kopf gestellt“ hätten. Sie warfen dem Ministerium schwere Versäumnisse vor und forderten das Gericht auf, umgehend einzugreifen. Es gebe keinen Grad an institutioneller Inkompetenz, der geeignet sei, als Erklärung für das Ausmaß des Versagens herzuhalten, schrieben die Anwälte Brittany Henderson und Brad Edwards. Die einzige Aufgabe, die gerichtlich angeordnet und vom Ministerium immer wieder betont worden sei, sei zudem einfach gewesen: die Namen bekannter Opfer vor der Veröffentlichung zu schwärzen. Sie sprachen von Tausenden Fällen, in denen die Regierung Namen und andere personenbezogene Daten nicht ausreichend geschwärzt habe. Acht Frauen fügten dem Schreiben an Richter Richard M. Berman eigene Stellungnahmen hinzu. Eine schrieb, die Veröffentlichung der Akten sei „lebensbedrohlich“. Eine andere erklärte, sie habe Todesdrohungen erhalten, nachdem 51 Einträge ihre privaten Bankdaten enthalten hätten. Sie habe daraufhin versucht, Kreditkarten und Konten zu sperren. Berman beraumte für Mittwoch eine Konferenz an.